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Konstruktive konkrete Vorschläge

Altenholz Konstruktive konkrete Vorschläge

Impulse für den Kanal-Ortsteil Knoop in Altenholz: Die erste Bürgerwerkstatt der Gemeinde ließ Dienstagabend Köpfe rauchen. Einen Strauß von Ergebnissen nimmt Städteplanerin Kerstin Langmaack mit und arbeitet ihn ins Ortsteilkonzept ein.

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Erste Bürgerwerkstatt im Rathaus: Die Knooper sind ganz bei der Sache und greifen, wie hier, sofort die Verkehrsprobleme auf.

Quelle: Cornelia Müller

Altenholz. Das wird die Basis für eine künftige Bauleitplanung.

Voller Ratssaal um 18 Uhr. 60 Bürger sind gekommen, 50 davon aus Knoop – 20 Prozent der Ortsteilbewohner. „Wir sind begeistert, dass Sie so viele sind“, begrüßen Langmaack, Städtebau-Ingenieurin Stephanie Eilers sowie Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) das Plenum. Dass sich so ein hoher Anteil Betroffener aufmacht, ist nach einschlägigen Erfahrungen von Planungsbüros selten. Denn eine zweieinhalbstündige Bürgerwerkstatt fordert lösungsorientierte Gruppenarbeit statt schlichter Kritik.

Das ist Neuland, zeigen auch die Fragen. Dabei haben die Planerinnen ihr Ziel klar abgesteckt: Anregungen der Betroffenen und Ideen für künftige Planungen aufgreifen, bevor B-Plan-Änderungen durch die Kommunalpolitik besiegelt werden, vorgeschlagene Lösungen aufnehmen, sofern sie faktisch und rechtlich machbar sind. Die Mängel sind teils hausgemacht, wie das Bauamt weiß. So gibt es im Ortsteil ein baurechtliches Durcheinander, das Wintergärten hier erlaubt, dort aber verbietet, das immer massive Bebauung am Kanal zulässt, obwohl die keiner mehr will. „Das zu ordnen, ist unsere Aufgabe. Sie erzählen uns, was wir berücksichtigen sollen“, betont Langmaack. „Aber wir müssen erst erfahren, was die Politik will“, insistieren Teilnehmer. Den Rahmen gemeinsam zu zimmern, ist ungewohnt.

In Arbeitsgruppen geht es trotzdem gleich zur Sache. Ergebnis: mehr öffentliche Parkplätze und einen Spielplatz schaffen, Raser besser ausbremsen, Ortseingang freundlicher gestalten und beleuchten, Anschluss an das Busnetz, Bauhöhen und Dachformen festlegen, keine weiteren Terrassenbauten, die Villa Hoheneck erhalten. Dass letzteres nur funktioniert, wenn eine umgebende Wohnbebauung die enormen Renovierungskosten der Villa auffängt, wird schnell klar. So bekommt am Ende eine „moderate Bebauung“, am liebsten Einfamilienhäuser, bei Erhaltung der Sichtachse besonders viele Punkte der Werkstattteilnehmer.

Dass ein weiterer geplanter Terrassenbau am Kanal nach geltendem Recht zulässig ist, muss erst begriffen werden. Das Gute: Dieser Bauherr ist kompromissbereit. In puncto Villa hat der Investor ebenfalls Flexibilität signalisiert. Eine komplette Nutzung des alten Schießplatzes für Gewerbe wird nicht befürwortet. Stattdessen wünschen sich die Knooper hier Biotopflächen. Ein mögliches Denkmal für Erschießungsopfer soll die „hässlichen Betonbauten“ nicht einbeziehen. Im Bereich Gut Knoop können sich die Bürger eine vorsichtige Ausweisung kleinerer Bauflächen vorstellen. Das Fazit der Veranstalter ist durchweg positiv: „Konstruktiv, engagiert und mit mehr konkreten Vorschlägen als erwartet.“ Bis zur nächsten Bauausschusssitzung am Montag, 1. Juni, wollen sie ein erstes Konzept vorlegen. Bis dahin können die Knooper im Bauamt im Rathaus mehr Ideen einreichen.

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
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