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Fallen jetzt auch die übrigen 22 Bäume?

Kronshagen Fallen jetzt auch die übrigen 22 Bäume?

„Die Firma hätte sofort sagen müssen: Wir bauen nicht weiter.“ Diese Auffassung vertrat Ingenieur Gerd Schimming vom Planungsbüro EDS am Donnerstag im Kronshagener Verkehrsausschuss. Es stand die Frage im Raum, wer für die Beschädigung der Ulmen beim Straßenausbau in der Ulmenallee verantwortlich ist. Wie berichtet, hat die Gemeinde bereits sieben Bäume zur Gefahrenabwehr fällen lassen. Ob die anderen 22 Ulmen bewahrt werden können, will die Verwaltung bis zur Sitzung der Gemeindevertretung am 30. Juni klären.

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Die Wurzeln der Bäume beim Ausbau in der Ulmenallee sind anders gewachsen als erwartet.

Quelle: TM

Kronshagen. Es ging es um Gutachten und Gegengutachten. Zahlreiche Anwohner waren in den Ratssaal gekommen. Zunächst stellte Karsten Breier, Baum-Sachverständiger der Gemeinde, seine Ergebnisse vor. Während eine frühere Expertise noch davon ausging, dass sich die Wurzeln der Ulmen im Boden des Gehwegs herzförmig entwickeln, stellte sich Breier die Situation vor Ort anders dar. Statt in die Tiefe sind die Wurzeln knapp unter der Oberfläche in der Breite gewachsen. Der Gutachter vermutete, dass bei der Pflanzung eine feste Lehmschicht nicht beachtet worden sei.

 Von Tiefwurzlern ging auch das Planungsbüro aus. „Aber wir wussten, dass es schwierig werden würde“, räumte Schimming ein. Deshalb sei die Baufirma auf die Notwendigkeit zur Handschachtung im Gehwegbereich hingewiesen worden. „Wenn sie Einwände gehabt hätte, hätte sie das kundtun müssen, was sie aber nicht hat“, führte der Planer aus. Am Ende waren die Wurzeln so schwer beschädigt, dass die Bäume wegen mangelnder Standsicherheit gefällt werden mussten.

 Doch wie soll es im zweiten Bauabschnitt mit der insgesamt 377 Meter langen Straße weiter gehen? Die 22 Bäume können offenbar nur gehalten werden, wenn es gelingt, die Bordsteine an ihrer Stelle zu halten. Der Straßenuntergrund muss 80 Zentimeter tief ausgetauscht werden. Würden die Borde in die Baugrube fallen, könnten sie wegen der Kraft der gegen sie drückenden Wurzeln nicht wieder gesetzt werden. Die Alternative wäre ein schmalerer Straßenausbau, aber dann würde die Fahrbahn nicht mehr die für Begegnungsverkehr erforderlichen fünf Meter Breite aufweisen und nicht mehr den Regeln der Technik entsprechen. Auch die Beitragsfähigkeit des 450000 Euro teuren Ausbaus stünde in Frage.

 Breier bevorzugt eine andere Variante: Das Fällen aller Ulmen und die Neupflanzung von fünf Meter hohen Bäumen. Anwohnerin Maria Wagner sah darin Vorteile, weil die jetzigen Wurzeln auch die Stützmauern der Grundstücke beschädigen könnten. Die Kosten trügen die Eigentümer. Anwohner Peter Kroegeler kritisierte einen möglichen Gesamtschaden von bis zu 260000 Euro, wenn alle Ulmen gefällt würden. Nach Einschätzung seines Gutachters Uwe Thomsen seien sämtliche Bäume „gesund, standfest und unbedingt erhaltenswert“.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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