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Viel Applaus für Kieler Künstler

Eckernförde Viel Applaus für Kieler Künstler

Ein Skandallied, traumatisierte Soldaten und ein im Flugzeug verlorenes Handy: Langweilig wurde das Konzert am Freitagabend im „Carls“ in Eckernförde zu keinem Zeitpunkt. In fast familiärer Atmosphäre vor knapp 30 Besuchern sorgten Kieler Künstler für gute Unterhaltung.

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Unterhielten das Publikum im Eckernförder Carls mit Deutsch-Pop: Sänger Christian Stechow, seine Frau Gerina, Peter Haacks (Cajón) und Klaus Nissen (Bass).

Quelle: Budde

Eckernförde. Die Stechow Band präsentierte von ihrem Sänger und Gitarristen Christian Stechow selbst geschriebene Lieder – manches durchaus mit Ohrwurmqualität. Die Texte der Deutsch-Pop-Stücke reichen von banal bis kompliziert, wie das Leben eben so spielt. Wiedersehen beispielsweise ist ein schönes Liebeslied. Zum gelungenen Auftritt Stechows trugen seine Frau Gerina (Begleitgesang), Bassist Klaus Nissen und Peter Haacks mit Glockenspiel und Cajón bei. Bei Trübe Tasse zeigte die Gruppe balladeske Züge. Mitunter widerfährt auch einem Songwriter ein Missgeschick, wie Stechow verriet: Auf einem Flug nach Zürich fiel sein Handy mit abgespeicherten Lied-Idee-Fragmenten ins Bordklo – alles futsch.

 Doch die Stechow Band bestritt den Abend im „Carls“ nicht allein. Das Instrumental-Trio Hoax feierte eine Premiere. Erstmals traten Hans Martin Keltsch (Kontrabass) und Peter Haacks (diesmal mit Gitarre), der schon mit Stechow auf der Bühne stand, zusammen mit Katharina Hoffmann (Geige) auf. Sie intonierten Fluff von der Heavy-Metal-Band Black Sabbath ebenso wie den Kultsong Je t’aime, den Serge Gainsbourg und Jane Birkin Ende der 60er sangen (beziehungsweise stöhnten) und damit für einen Skandal sorgten. Die Hoax-Version mit lustvoll gezupftem Bass verleitete auch ohne Stimmeinsatz zum Fußwippen. Nach ihrem Wiegenlied Lullaby war noch lange nicht Schluss.

 Als musikalische Perle entpuppte sich ein junger Gast aus England: Brendan Lewes (Gitarre, Mundharmonika) kommt aus der Nähe von Manchester, doch der Liebe wegen verschlug es ihn nach Kiel.

 Der 25-jährige Folkmusiker sang ein Gewerkschaftslied, das die Besucher gern mitsummten, ebenso wie ein Stück über traumatisierte Soldaten. Viele Stücke wie Cut Loose stammten aus der Feder des Singer-Songwriters. Zudem brachte er I’m on Fire von Bruce Springsteen zu Gehör, womit der Boss wohl zufrieden gewesen wäre. Es gab zu Recht viel Applaus für alle Künstler.

 „Ich finde es gut, dass auch unbekannte Musiker eine Auftrittsmöglichkeit bekommen“, lobte Anne Schmidt aus Eckernförde, die das Konzert mit Ehemann Dieter besuchte.

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