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Stadtwerke Rendsburg und Schleswig wollen kooperieren

Energiemarkt Stadtwerke Rendsburg und Schleswig wollen kooperieren

Die Stadtwerke Rendsburg und die Schleswiger Stadtwerke prüfen eine Kooperation. Das könnte zu einer gemeinsamen Tochtergesellschaft führen, erklärten Vertreter beider Städte und Unternehmen am Donnerstag. Betriebsbedingte Kündigungen schlossen sie aus.

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Sie wollen kooperieren: Wolfgang Schoofs und Helge Spehr, die Geschäftsführer der Stadtwerke Schleswig und Rendsburg.

Quelle: Wolfgang Mahnkopf

Kropp. Die beiden Mittelstädte Rendsburg und Schleswig liegen gut 30 Kilometer auseinander. Also luden die Stadtwerke zu Donnerstagmittagzur Verkündung des Kooperationsplan nach Kropp, das liegt etwa in der Mitte. Die Stadtwerke sind auf gleichen beziehungsweise ähnlichen Geschäftsfeldern unterwegs. Sie versorgen mit Strom, Gas, Wasser und Wärme. Die Rendsburger haben das Schwimmzentrum an der Untereider mit Frei- und Hallenbad, die Schleswiger das Hallenbad Fjordarium mit Sauna, beides Zuschussbetriebe. Beide Unternehmen wollen in den Ausbau der Glasfasernetze für schnelles Internet einsteigen. Schleswig rechnet mit Investitionen von 15 bis 20 Millionen Euro, Rendsburg mit 30 bis 35 Millionen. „Wir haben die gleichen Aufgaben“, sagte Wolfgang Schoofs, der Schleswiger Geschäftsführer. 

Dazu kommt der schwierige Energiemarkt, in dem sich kleine Stadtwerke gegenüber den großen Versorgern wie Eon oder RWE immer schlechter behaupten können. Schoofs: „Unser Geld ist nicht mehr so einfach zu verdienen wie vor 25 Jahren. Wir müssen um unsere Kunden kämpfen.“ Es gehe bei der Kooperation auch darum, qualifizierte Mitarbeiter zu behalten, sagte sein Rendsburger Kollege Helge Spehr: „Wenn wir weitermachen wie bisher, können wir die Mitarbeiter nicht halten.“

Denkbar sei, dass in etwa einem Jahr ein Kooperationsvertrag zwischen Schleswig und Rendsburg geschlossen wird. Sondierungsgespräche liefen voraussichtlich bis zum Jahresende, sagte Spehr. Die Vertreter der Städte und Unternehmen betonten, die jetzt beginnenden Verhandlungen seien ergebnisoffen. Am Ende liege die Entscheidung bei den Ratsversammlungen. Die Aufsichtsräte der beiden Unternehmen haben den Prüfauftrag für eine Kooperation erteilt, sagten die Vorsitzenden aus Rendsburg und Schleswig, Pierre Gilgenast und Sönke Büschenfeld. Auch die beiden Betriebsratsvorsitzenden Jürgen Augustin aus Schleswig und Peer Haderup aus Rendsburg zeigten sich offen für die Kooperationsgespräche.

"Keine schwache Ausgangslage"

Als mögliche Felder für die Zusammenarbeit zählten die Vertreter auf: Bau von Glasfasernetzen, technischer Austausch, Weiterbildung von Mitarbeitern, Kraft-Wärme-Kopplung, Speichertechnik für Strom.

Alle Vertreter betonten, die geplante Kooperation geschehe nicht aus Schwäche, beide Unternehmen seien gesund. So sprach Gilgenast von einer „im Augenblick guten Situation der beiden Werke“. Jetzt sei ein „günstiger und guter Zeitpunkt“ für die Gespräche. Auch der Schleswiger Büschenfeld betonte, die dortigen Stadtwerke seien nach Feststellung von Wirtschaftsprüfern „gut aufgestellt“. Und er stellte klar, wo die Grenzen der Zusammenarbeit sind: „Wir reden nicht über Prüfung einer Fusion.“

Die beiden Stadtwerke gehören jeweils alleine den Städten Rendsburg und Schleswig. Der Einfluss der Politik solle nicht zurückgedrängt werden. „Es ist wichtig, dass wir die kommunale Kontrolle behalten“, sagte Schleswigs Bürgermeister Arthur Christiansen. Über allem stehe die Frage: „Was können wir gemeinsam besser machen.“ Bei den Themen Kraft-Wärme-Kopplung und regenerativen Energien könne Rendsburg vom Wissen der Schleswiger profitieren, sagte der Schleswiger Geschäftsführer Schoofs.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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