21 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Zulassungsstellen auf dem Prüfstand

Bürgernah oder wirtschaftlich? Zulassungsstellen auf dem Prüfstand

Neben der zentralen Kfz-Zulassungsstelle in Rendsburg hat der Kreis Rendsburg-Eckernförde Filialen in Altenholz, Eckernförde und Hohenwestedt. Das System ist unwirtschaftlich, es steht auf dem Prüfstand. Schließungen drohen – womöglich schon 2017. Der Hauptausschuss des Kreistags beschäftigt sich nun mit dem Thema.

Voriger Artikel
Arbeiten auf der Zielgeraden
Nächster Artikel
Bagger rollen fürs Breitband

Die Zentrale der Kfz-Zulassungsbehörde ist im Kreishaus an der Kaiserstraße in Rendsburg. Sie steht nicht infrage.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Den Politikern des Hauptausschusses wird am 5. November der aktuelle Leistungsvergleich der elf schleswig-holsteinischen Landkreise vorliegen. Was sie auf dem gut 70-seitigen Werk unter dem Kapitel „6.3 Zulassungsstelle“ lesen können, wird ihnen bekannt vorkommen. Im Leistungsvergleich der Kfz-Zulassungsstellen trägt die Behörde von Rendsburg-Eckernförde mit ihrer Hauptstelle im Kreishaus an der Kaiserstraße in Rendsburg und den Filialen in Altenholz, Eckernförde und Hohenwestedt die Rote Laterne. Nie war das anders. Schlusslicht ist die Zulassungsstelle mit ihren drei Filialen seit 2010, seitdem es den Leistungsvergleich mit dem sperrigen Namen „kommunales Benchmarking der schleswig-holsteinischen Kreise“ gibt.

Daran kann sich auch nichts ändern, sagt Thilo Rohlfs, der Leitende Kreisverwaltungsdirektor. Grund ist die Zersplitterung des Amtes auf den traditionellen Standort in Eckernförde und die später dazu gekommenen Dependancen in Altenholz und Hohenwestedt. Diese Aufteilung „war eine politische Entscheidung des Kreises, im Sinne der Bürgernähe wollten wir eine dezentrale Struktur“, sagt der Beamte. Druck hatten auch Autohäuser auf dem platten Lande gemacht, denen der Weg nach Rendsburg oder Eckernförde zu weit war, wenn sie neue Pkw und Gebrauchtwagen für ihre Kunden anmelden wollten.

Das System mit den drei Außenstellen führe zwangsläufig zu Kosten, die andere Kreise nicht haben, sagt Rohlfs: Mehr Personal für den Grundbedarf jeder Amtsstube, zusätzliche Datenleitungen, Mieten. „Es gibt Handlungsbedarf aus wirtschaftlichen Gründen.“ Im Benchmarking-Bericht geht es vorrangig ums Personal. So bearbeitete im landesweiten Durchschnitt jeder Mitarbeiter einer Zulassungsstelle im vergangenen Jahr 3543 Anträge auf Neuzulassung eines Autos, Umschreibung oder Abmeldung. Beim Kreis waren es grade mal 2980 Vorgänge pro Mitarbeiter. Was zu tun ist, deutet der Bericht diskret 26 Seiten davor an: „Prüfung, ob Außenstelle geschlossen wird.“

Mit der Frage wird sich der Hauptausschuss am 5. November beschäftigen. Thilo Rohlfs als für das Thema verantwortlicher Beamter sieht „Handlungsbedarf“. Insbesondere auch vor dem Hintergrund der ab 2017 möglichen Kfz-Zulassung vom heimischen Rechner aus. Außerdem habe das Land rechtliche Bedenken an den mit Altenholz und Hohenwestedt geschlossenen Dienstleistungsverträgen. Rohlfs mahnt ein neues Konzept „zur künftigen Struktur“ an. Sollte der Hauptausschuss dem folgen, bietet der Beamte als „Handlungsoptionen“ an, die Verträge mit Eckernförde, Altenholz und Hohenwestedt zum 31. Dezember 2016 zu kündigen – oder alles so zu lassen. „Die Politik muss entscheiden, was ihr Bürgernähe wert ist.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3