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„Ab Dezember wird es eng“

Bordesholm sucht Wohnraum für Flüchtlinge „Ab Dezember wird es eng“

Mehr „Ehrlichkeit“ fordert Torsten Teegen bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise: „Es ist völlig in Ordnung, dass wir Menschen aufnehmen. Aber wir müssen der Bevölkerung auch klarmachen, dass dies angesichts der Dynamik nicht ohne Einschränkungen und Kosten funktionieren wird.“

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Das Sozialbüro-Team um Daniel Ladehoff (links) und Rainer Borchert soll mit zwei Mitarbeitern verstärkt werden.

Quelle: Sven Tietgen

Bordesholm. Das sagte der Amtsvorsteher Bordesholms einen Tag nach der Ankündigung von Landrat Rolf-Oliver Schwemer, dass bis Jahresende insgesamt 5000 Flüchtlinge im Kreis Rendsburg-Eckernförde aufgenommen werden müssen. Offenbar sind die ersten Notunterkünfte tatsächlich nur noch ein Frage der Zeit. Außerdem: Stehen den Kommunen jetzt Erhöhungen der Kreis- und Amtsumlagen ins Haus, die sie ihrerseits mit Steuererhöhungen abfedern müssen?

 Fieberhaft wird nach Lösungen für die Unterbringung gesucht. Beispiel Amt Bordesholm: 96 Flüchtlinge sind dezentral in 13 Orten untergebracht – die Aufnahmequote ist auf 263 erhöht worden. „Ab Dezember wird es eng“, sagte Amtsdirektor Heinrich Lembrecht. Gemeinde- und Bürgerhäuser sowie Turnhallen müssten als Notquartiere ins Auge gefasst werden. Das Amt plant zwar, 200 Wohneinheiten neu bauen zu lassen, aber die sind frühestens in neun bis zwölf Monaten bezugsfertig. Die Standortsuche sei nicht einfach, in einem Fall hätten Nachbarn für einen vorgesehenen Bereich bereits ihren Protest kundgetan.

 Auch erste finanzielle Auswirkungen werden deutlich. Das Amt Bordesholm will zweieinhalb neue Stellen für die Flüchtlingsbetreuung schaffen. „Zwei neue Mitarbeiter sind zur Bewältigung der Aufgaben im Sozialbüro notwendig, eine halbe Hausmeisterstelle soll für die Unterkünfte geschaffen werden“, kündigte Lembrecht an. Die Grenze der Belastbarkeit sei für die Mitarbeiter erreicht. Andere Arbeit bleibe liegen. Die Aufstockung sei für drei Jahre ausgelegt. „Ursprünglich sollte die Amtsumlage gesenkt werden. Das ist vom Tisch“, kündigte Teegen an. Über eine Erhöhung wollte er nicht spekulieren: Da müssten einige Entscheidungen abgewartet werden. Lembrecht befürchtet auch eine Erhöhung der Kreisumlage. Er fordert den Bund auf, endlich auch die finanziellen Versprechen einzulösen.

 Kronshagens Bürgermeister Uwe Meister erklärte, dass die Zahlen des Kreises ihn nicht überrascht hätten: „Ich habe sogar mit mehr Flüchtlingen gerechnet.“ Natürlich stelle der Anstieg auf 226 Menschen die Gemeinde vor Herausforderungen. Zurzeit könne man rund 210 Menschen unterbringen, es werde aber schon an weiteren Lösungen gearbeitet. Auch Olaf Plambeck, Bürgermeister von Flintbek, war nicht unbedingt überrascht. „Gestern war unsere Zahl noch bei 56 Flüchtlingen, heute sind es bereits 62“, erklärte Plambeck. Insgesamt würden in diesem Jahr 145 Asylsuchende im Amt Flintbek erwartet. Noch kein Problem, denn: „Wir haben die Schaffung von neuen Unterkünften auf den Weg gebracht, da wir schon für 2016 planen“, erklärte der Bürgermeister. „Aber irgendwann sind auch unsere Flächen erschöpft.“

 „Wir wollen tun, was in unseren Kräften steht“, sagt Amtsdirektor Dieter Staschewski vom Amt Nortorfer Land. „Wir werden uns mit dem Amtsausschuss überlegen müssen, wie wir diese große Zahl an Menschen unterbringen.“ Vor allen Dingen versuche man weiter, Wohnungen anzumieten. Die Einquartierung von Flüchtlingen in Sporthallen wolle man vermeiden. Containerdörfer schließt Staschewski aus. „Wir wissen zurzeit nicht, wie wir die zusätzliche Anzahl von Flüchtlingen bewältigen können“, sagte Raimer Kläschen, Amtsvorsteher des Amtes Eiderkanal. Bis zum Jahresende seien für die sieben Gemeinden 229 Asylbewerber angekündigt, 61 Plätze fehlen.“ Eine Unterkunft in Turnhallen kommt für Kläschen nicht in Frage. sen/eix/sno/wm

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