23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Kreis senkt Gebühren

Fällen und sägen Kreis senkt Gebühren

  Der Kreis Rendsburg-Eckernförde hat die Antragsgebühren für das Fällen von Bäumen drastisch gesenkt. Das war einer der Gründe für ein neues Merkblatt zum Thema Baumschutz. Ein anderer Grund sei Unwissen bei den Bürgern.

Voriger Artikel
„Noch brauchen wir keine Notquartiere“
Nächster Artikel
Stadt stützt Neue Heimat

 Landschaftsprägende Alleen wie der Klinter Weg von Fockbek nach Rendsburg sind geschützt.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg.   Der Kreis Rendsburg-Eckernförde hat die Antragsgebühren für das Fällen von Bäumen drastisch gesenkt. Das war einer der Gründe für ein neues Merkblatt zum Thema Baumschutz. Ein anderer Grund sei Unwissen bei den Bürgern.

„Es ist schon so, dass viele Bürger nicht wissen, was sie dürfen und was sie nicht dürfen“, sagt Michael Wittl, der Leiter des Kreis-Umweltamts. Da soll das Merkblatt, das ab sofort im Internet steht und in den nächsten Wochen und Monaten bei Ämtern und Gemeinden ausliegen soll, abhelfen.

Geschützt sind Bäume mit einem Stammumfang von mehr als zwei Metern, Baumgruppen und Alleen, sagt das Kreis-Umweltamt. Auch ein Beschneiden von Baumkronen ohne Genehmigung könne riskant sein. Nämlich dann, wenn hinterher mehr als 30 Prozent der Äste und Zweige fehlen. Wer ohne Genehmigung des Kreises sägt oder fällt, riskiere ein Bußgeld - Bürger ebenso wie Baufirmen oder Kommunen. Im Extremfall werden bis zu 50000 Euro fällig. Seit Anfang 2013 habe der Kreis 73 Verfahren eingeleitet und Bußgelder von insgesamt knapp 40000 Euro verhängt. Es gebe keine steigende oder fallende Tendenz.

Einer der spektakulärsten Fälle liegt länger zurück. Die neuen Eigentümer der ehemaligen Feldwebel-Schmid-Kaserne in Rendsburg hatten mehrere Hundert Bäume gefällt. Rund 40000 Euro mussten sie zahlen, sagt Falk Hurrelmann, der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde.

In der Regel gebe es eine Genehmigung, wenn Bäume krank sind oder umzustürzen drohen, sagen Wittl und Hurrelmann. Ein morscher oder schwankender Ast reiche nicht, um einen ganzen Baum zu fällen. In der Regel dürfe nur der Ast abgesägt werden. Zu viel Schatten an der Hauswand oder auf der Terrasse, Laub in der Regenrinne, Pollenflug oder herunterfallende Zweige langten auch nicht als Begründung, „eine Genehmigung wird nicht erteilt“. Was ist, wenn ein Allergiker unter Pollen leidet? Das prüfe der Kreis dann im Einzelfall.

Rund 250 Anträge gingen im vergangenen Jahr beim Kreis ein, sagt Witt. 2013 seien es etwa 300 gewesen. Etwa jeden fünften Antrag lehne seine Behörde ab. Bisher habe der Kreis eine Bearbeitungsgebühr von 150 Euro genommen. Ab sofort betrage die Standardgebühr 87,50 Euro, solange kein Ortstermin nötig ist.

Mit dem niedrigeren Satz wolle der Kreis die Hemmschwelle senken und erreichen, dass die Unterlagen möglichst vollständig sind. Die Behörde appelliert, Anträge zeitig zu stellen und nicht erst kurz vor Beginn der Schonfrist für Bäume. Falk Hurrelmann: „Die meisten kommen im Februar, dann wird es schwierig.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Eckernförder Bucht

Schiffspositionen in
der Eckernförder Bucht,
dem NOK & der Ostsee

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3