22 ° / 16 ° Gewitter

Navigation:
Wo sich Windparks ballen

Karte zur Windenergie Wo sich Windparks ballen

Ein massiver Zuwachs von Windkraftanlagen ist nach dem jetzt vorgelegten Plan des Landes im Kreis Rendsburg-Eckernförde möglich. Bei Gnutz und Jevenstedt, im Aukrug und in Schwansen ballen sich danach Windparks. Nahezu frei wären die Räume Westensee und Bordesholm, die Hüttener Berge und die Ostseeküste im Wohld.

Voriger Artikel
Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Fahrt auf Motorhaube
Nächster Artikel
SPD-SSW-Crossover

Windkraftanlagen bei Bokel.

Quelle: Gunda Meyer

Rendsburg. Wie Sommersprossen verteilen sich ockerfarbene Flecken auf der Karte im Büro von Volker Breuer im vierten Stock des Kreishauses an der Kaiserstraße in Rendsburg. Mal ballen sie sich zu skurrilen Mustern, mal verlieren sich einzelne Punkte. Mal stehen sie für große Windparks, die denkbar sind. Mal für kleinere. Breuer und seine Kollegen haben kleine Zettel mit Symbolen auf die Karte geklebt. Damit will der Chef des Kreis-Fachdienstes Regionalentwicklung die Flecken ordnen, zum Beispiel in denkbare Windparks, mögliche Erweiterungen oder vorhandene Windmühlen, die auf künftig womöglich gar nicht mehr vorgesehene Flächen stehen. An diesem Donnerstag spricht der Beamte häufig von „möglich“ und „denkbar“, benutzt immer wieder den Konjunktiv. Breuer sagt: „Das ist noch nicht das Endergebnis.“

Die Karte hat die Kieler Staatskanzlei erstmals am Dienstag in der Rendsburger Nordmarkhalle öffentlich vorgestellt. Sie gibt den aktuellen Planungsstand für den Ausbau der Windenergie in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön sowie den Städten Kiel und Neumünster wieder. Die ockerfarbenen Flecken sollen zeigen, wo neue Windparks entstehen und vorhandene vergrößert werden könnten.

So fliegen nach Breuers Worten womöglich noch vor wenigen Jahren fest eingeplante Windparks von der Karte. Beispiele dafür sind Flintbek, Holzdorf oder eine Fläche neben dem Hamdorfer Wald bei Elsdorf-Westermühlen. Anderswo könnten Windparks vergrößert werden. Beispiele: Altenhof, Bokel, Bovenau-Osterrade oder zwischen Elsdorf-Westermühlen und Hamdorf. Auch der bei Quarnbek geplante Windpark könnte größer werden, als derzeit beabsichtigt. Offen sei, ob für Wasbek, Schülldorf sowie zwischen Gettorf und Osdorf von den Gemeinden gewünschte Windparks möglich sind. Auf Breuers Karte stehen dort dicke Fragezeichen.

Es gibt auch Gebiete, auf denen heute Mühlen stehen, obwohl die aktuelle Karte dort keine Windkraftanlagen vorsieht. Owschlag, Schwedeneck und der nördlichste Zipfel des Kreises kurz vor Kappeln sind Beispiele. Grade Owschlag war vor wenigen Jahren noch in den Augen des Landes ein geeigneter Standort, sagt Breuer. Nun gelte dort, bei Schwedeneck und kurz vor Kappeln nur noch Bestandsschutz. „Mehr auch nicht.“

Seit November, seit der Vorgänger des aktuellen Plans auf dem Markt ist, klingelt bei Breuer immer wieder das Telefon. „Die Anfragen häufen sich.“ Bürger, Politiker, Beamte aus den Ämtern und Gemeinden fragen: Was kommt da auf uns zu? „Auch Bürger, die Initiativen gründen wollen, melden sich.“ Oder Einwohner, die einen Seeadler gesehen haben wollen, wo womöglich künftig Windmühlen stehen dürfen. Der Beamte rät dann: „Gebt die Informationen weiter an die Landesplanung.“ Verbindlich wird eine überarbeitete Karte voraussichtlich im Sommer kommenden Jahres, erwartet der Beamte. Bis dahin gelte ein Baustopp - bis auf Ausnahmen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

Mehr zum Artikel
Deutsche Windparks
Foto: Drehen sich in der Nordsee besonders effektiv: Windkrafträder.

Der Strom aus Windkraftwerken vor der deutschen Küste ist im vergangenen Jahr stark gestiegen. Die Anlagen in der Nordsee lieferten 7,4 Terawattstunden, fast das Sechsfache des Vorjahreswertes von 1,25 Terawattstunden. Das sind 9,6 Prozent des gesamten deutschen Windstroms (77 Terawattstunden).

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3