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Über 2000 Flüchtlinge sollen kommen

Kreis Rendsburg-Eckernförde Über 2000 Flüchtlinge sollen kommen

Eine bisher nicht gekannte Zahl von Flüchtlingen kommt auf den Kreis Rendsburg-Eckernförde zu. Die bisherige Prognose von 1800 Menschen ist nicht mehr zu halten. Eine neue 14-köpfige Fachgruppe kümmert sich in der Kreisverwaltung um die Flüchtlinge.

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Katharina Artmann weiß, was auf sie zukommt. Die Beamtin hat fünf Jahre lang in der Ausländerbehörde in München gearbeitet.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Er rechne damit, dass der Kreis die bisherige Prognose von in diesem Jahr 1800 ankommenden Flüchtlingen „nach oben anpassen muss“, sagte Thilo Rohlfs, Leitender Kreisverwaltungsdirektor, am Donnerstag. Zurzeit kommen pro Woche rund 50 Asylbewerber. „Das ist noch nie da gewesen“, erklärt Rohlfs. „Ich gehe davon aus, dass dieses Jahr deutlich über 2000 kommen werden.“ Dem Beamten ist klar, dass die Zahl brisant ist, vergangenes Jahr kamen knapp 800 Flüchtlinge im Kreis an, das waren schon mehr als doppelt so viele wie 2013. Er sagt: „Zu dem Thema gehört ein Stück weit Ehrlichkeit.“

Der Zustrom von Flüchtlingen stellt die Kreisverwaltung vor Probleme. Sie muss den Menschen Papiere ausstellen, ihnen Wohnungen in den Gemeinden vermitteln und am Ende bei der Abschiebung jedes zweiten Asylbewerbers helfen. Ab Montag ist dafür eine 14-köpfige Fachgruppe im Kreishaus zuständig. Sie erledigt die Arbeit, für die im vergangenen Jahr acht Beschäftigte zuständig waren. Katharina Artmann ist Leiterin der neuen Gruppe. Die Beamtin weiß, was auf sie zukommt. In München hat sie fünf Jahre lang in der Ausländerbehörde gearbeitet. „Wir brauchen jemanden, der als Gesicht Ansprechpartner ist“, sagte Rohlfs bei der Vorstellung.

Schubweise kommen die Flüchtlinge aus der Erstaufnahme in Boostedt und Neumünster jeden Donnerstag. Die Arbeit in der Kreisverwaltung in der Kaiserstraße beginnt zehn Tage vorher. Dann geht ein Fax mit Namen, Geburtsdaten und Heimatländern ein. Die Beamten und Angestellten telefonieren dann mit Ämtern und Gemeinden und kündigen die Flüchtlinge an. Ämter und Gemeinden müssen ihnen Wohnungen zur Verfügung stellen. Noch reicht das Angebot. Sie habe noch rund 100 Wohnungen in der Hinterhand, sagt Barbara Rennekamp, die zuständige Fachdienstleiterin.

Gleichzeitig „werden wir überrannt mit Fragen“ von Bürgermeistern, Ordnungsamtsleitern und ehrenamtlichen Helfern, sagt Rolfs und nennt Beispiele: Wie kommen Behördenbriefe zu den Flüchtlingen? Wie lassen sich Familien zusammenführen? Wer hilft bei der Abschiebung? Ab Montag ist die Fachgruppe von Katharina Artmann für die Antworten zuständig.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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