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Frachter bleibt an der Kette

Kreishafen in Rendsburg Frachter bleibt an der Kette

Das Warten geht weiter. Noch immer liegt der Frachter „Divine“ im Kreishafen in Rendsburg an der Kette. Das Schiff wurde Mitte Juli mit 45 Mängeln stillgelegt. Einen Termin für die Weiterfahrt gibt es nicht. Die Crew hat seit Monaten keine Heuer bekommen.

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 Die Divine bleibt an der Kette.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Ungeduldig wartet Kai Lass von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Rendsburg-Eckernförde, die den Hafen am Südufer des Nord-Ostsee-Kanals betreibt, auf ein Zeichen, das auf eine Weiterfahrt des Schiffes hindeutet. Es könnte vom Hamburger Agenten des Frachters kommen. Lass sagt: „Wir sind dahinter her. Wir sind fast täglich im Austausch mit dem Agenten. Wir hören immer: As soon as possible.“

Es solle so schnell wie möglich gehen, sagte auch ein Sprecher der Hamburger Firma am Mittwoch auf Anfrage dieser Zeitung. Er könne jedoch noch keinen konkreten Termin für das Auslaufen des Schiffes nennen. Auch nicht, in welcher Woche es soweit ist. In dieser Woche sei die Weiterfahrt aber noch nicht möglich. Es hänge unter anderem an Gesprächen mit dem türkischen Reeder des Schiffes, die Zeit bräuchten. Der Sprecher wollte nichts zum Stand der Reparaturen an dem Frachter sagen.

Vor wenigen Tagen haben Taucher an dem Schiff gearbeitet, erklärte Kai Lass von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittwoch. „Das war für uns ein gutes Zeichen. Es ist ein zartes Pflänzchen Hoffnung, das das keimt.“ Bisher seien dem Kreishafen Kosten von mehreren Tausend Euro entstanden, die er dem Agenten als Vertreter des Reeders in Rechnung stellen wolle. Es handele sich dabei unter anderem um Liegegebühren, das Auffüllen von Frischwassertanks und das Entsorgen von Schmutzwasser. Das Schiff selbst liege am Westrand des Hafens außerhalb des Arbeitsbereichs der Kräne, damit es den Betrieb möglichst wenig stört, sagte Lass. „Wir verdienen am meisten Geld, wenn unsere Kräne arbeiten.“

Die Probleme mit der „Divine“ haben am 15. Juli auf dem Weg von Dänemark nach Rendsburg begonnen. Auf der Kieler Förde fiel der Fahrstil des Kapitäns auf. Die Polizei stellte bei dem Mann Alkoholgeruch fest. Der Frachter war auf dem Weg in den Kreishafen, wo er nach Worten von Kai Lass Dünger löschte. Insgesamt notierten die deutsche Hafenstaatenkontrolle (Port State Control) und die Berufsgenossenschaft 45 Mängel an dem Frachter. Viele waren so gravierend, dass die Sicherheit nicht mehr gewährleistet war. Seekarten stimmten nicht. Pumpen waren defekt. Die Besatzung hatte seit Monaten keine Heuer mehr bekommen. Das Schiff soll vor Schweden illegal Abwasser entsorgt haben. Schon in früheren Jahren war die „Divine“ mit Mängeln aufgefallen.

Die zehnköpfige Crew habe nach wie vor keine Heuer bekommen, sagte Karin Friedrich vom Hamburger Büro der Transportarbeitergewerkschaft ITF am Mittwochmittag. Sie habe am Mittwochabend noch einen Termin am Bord des Frachters, auch mit Vertretern des Eigners. „Man wird sehen, was dabei herauskommt.“

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