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Kreistag stoppt Stadtregionalbahn

Rendsburg Kreistag stoppt Stadtregionalbahn

Das war ein Paukenschlag im Kreistag von Rendsburg-Eckernförde. Er hat am Montagabend den Ausstieg aus der sogenannten Vorentwurfs- und Entwurfsplanung für die Stadtregionalbahn beschlossen. Überraschend: Auch Abgeordnete der Grünen stimmen gegen das 380-Millionen-Euro-Projekt.

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Seit vielen Jahren spaltet die Stadtregionalbahn die Kommunalpolitiker in der Landeshauptstadt und in der Region.

Quelle: Visualisierung Landeshauptstadt Kiel

Rendsburg/Kiel. „Das Ding ist jetzt endgültig tot“, sagte der Kreisvorsitzende Raoul Steckel. SPD und Grüne in Kiel halten trotzdem an der Bahn fest.

Das war der ursprüngliche Plan: Die Stadtregionalbahn sollte Kiel mit Preetz, Schönberg, Melsdorf und Eckernförde verbinden. In Kiel wäre sie als elektrische Straßenbahn unterwegs. In den Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde würde sie auf Bahngleisen rollen. Zuletzt hatten 14 Fraktionen aus den Kreisen und Kiel versucht, das Projekt mit Hilfe einer abgespeckten Variante Schritt für Schritt anzuschieben. Die erste Linie sollte 2020 fahren. Vergangene Woche stimmten sowohl die Kieler Ratsversammlung als auch der Kreistag von Plön für einen Einstieg in die Planung.

 Nach der Entscheidung des Kreistags von Rendsburg-Eckernförde könnte dies zur Makulatur werden. So sieht es auch Martin Tretbar-Endres, der verkehrspolitische Sprecher der SPD. Wie der Kieler SPD-Ratsherr Achim Heinrichs zeigte er sich enttäuscht – vor allem vom Verhalten der Grünen. Tretbar-Endres warf ihnen den Bruch einer Absprache vor. Die Grünen hätten zugesagt, das Thema noch einmal im Regionalentwicklungsausschuss zu behandeln. Das hätte das Projekt zumindest vorübergehend am Leben gehalten. Tretbar-Endres hatte im Kreistag appelliert: Verstopfte Straßen, überfüllte Parkplätze – diese Probleme könnte die Stadtregionalbahn lösen. Zwei der sechs Grünen im Kreistag sahen es anders. Es sei „geradezu fahrlässig“, wenn Rendsburg-Eckernförde vor einem Bürgerentscheid zu dem Projekt in Kiel dem Einstieg in die Planung zustimme, sagte Raoul Steckel, Kreisvorsitzender der Grünen. Er erinnerte an die geschätzten Kosten von 380 Millionen Euro. „Das alles sind Steuergelder.“ Klaus Langer, Grünen-Bürgermeister im Kieler Vorort Quarnbek, fand die Stadtregionalbahn nicht mehr zeitgemäß. „Das Geld müssen wir uns sparen.“ Steckel und Langer stimmten mit CDU und FDP gegen die Einstellung von Planungsmitteln in den Haushalt. Endergebnis: 20 Ja-Stimmen, 26 Nein-Stimmen, zwei Enthaltungen (darunter der Grüne Armin Rösener). „Für die CDU ist das Projekt Stadtregionalbahn hiermit abgeschlossen“, erklärte deren verkehrspolitischer Sprecher Tim Albrecht. Es sei ein Millionengrab.

 Das Verhalten von Steckel und Langer hat die Kieler Ratspolitiker von SPD und Grünen kalt erwischt. Dirk Scheelje (Grüne) zeigte sich fassungslos. Man werde jetzt beraten und nach neuen Wegen suchen: „Die Stadtregionalbahn ist das zentrale Zukunftsprojekt für Kiel.“

Von Hans-Jürgen Jensen und Martina Drexler

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Kreis Plön
Foto: So sollen die Züge der Stadtregionalbahn aussehen. Der Kreistag Plön stimmte den Vorplanungen zum Projekt zu.

Der Kreis Plön beteiligt sich an den Planungen für die umstrittene Stadtregionalbahn, die die Landeshauptstadt Kiel mit ihrem Umland verbinden soll. Eine Kreistagsmehrheit aus SPD, Grünen, FWG, UWG und Linken stellte dafür am Donnerstag 180000 Euro im Haushalt bereit. Das Projekt könnte allerdings trotzdem scheitern.

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