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Kostenexplosion beim Umzug

Kreisverwaltung in Rendsburg Kostenexplosion beim Umzug

Der Großumzug von Abteilungen der Kreisverwaltung Rendsburg-Eckernförde ist teurer als erwartet. 190.000 Euro sollte er kosten, daraus wurden 280.000 Euro. Bauamtsleiter Martin Kruse nennt das eine „ärgerliche Kostensteigerung“. Der erste Preis sei nur eine grobe Kostenschätzung, keine konkrete Kalkulation gewesen.

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Im Foyer des Kreishauses hat die Ausländerbehörde einen neuen Tresen. Auch er wurde teurer als gedacht.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Auslöser für den Großumzug im Rendsburger Kreishaus sei der Ansturm von Flüchtlingen gewesen. Darauf sei das Ausländeramt des Kreises nicht vorbereitet gewesen. „Da gab es einen enormen Handlungsdruck“, sagte Kruse jetzt. „Wir hatten Zeitdruck.“ Die Situation sei nicht mehr tragbar gewesen, meinte Nina Fiedler, die Leiterin des Fachbereichs Zentrale Dienste. 

Ende Mai/Anfang Juni zog das Ausländeramt ins Erdgeschoss des Kreishauses an der Herrenstraße, die Straßenverkehrs- und Bußgeldbehörde sowie die Führerscheinstelle zogen in den fünften Stock. Und Schreibtische der Umweltbehörde wechselten von dort in ein Bürogebäude in der Kieler Straße. Der Kreis ließ im Erdgeschoss einen Tresen aufstellen, Büros umbauen und von Rechnern gesteuerte Aufruftafeln für Kunden installieren. 

Dabei wurde aber nicht alles bedacht. So waren die alten Aufruftafeln nicht mehr nutzbar, ein neues Programm musste installiert, Daten- und Stromleitungen gezogen werden, sagen Kruse und Hans-Joachim Paulsen, der Leiter des Gebäudemanagements beim Kreis. Alleine das habe 47.000 Euro gekostet, sagt Nina Fiedler. Viele Probleme seien während der Bauarbeiten aufgetaucht, ergänzt Paulsen. Alle Arbeiten seien nötig gewesen, versichert Kruse. Inzwischen seien alle Rechnungen da und bezahlt, es bleibe bei 280.000 Euro.

Die Politiker im Hauptausschuss des Kreistags von Rendsburg-Eckernförde hat die Preissteigerung jetzt kalt erwischt. Sie waren bis dahin von einem Preis von 190.000 Euro ausgegangen, die das Bauamt in einer Mitteilungsvorlage im April genannt und seitdem nicht korrigiert hatte. Dass das Bauamt die Politiker in den folgenden Sitzungen nicht Wasserstandsmeldungen über Kostensteigerungen geliefert hat, findet Bauamtsleiter Kruse „mehr als ärgerlich und in höchstem Maße bedauerlich“. Die Kommunikation sei „nicht gut gelaufen“. Das sei nicht üblich: „Wir arbeiten in anderen Fällen anders.“

Auch Jörg Hollmann (CDU), der Vorsitzende des Kreis-Hauptausschusses, betont den großen Druck, „es war notwendig, es musste schnell gehen“. Und: „Wir waren uns alle einig, dass das Projekt schnell angegangen werden musste, um den unhaltbaren Zustand zu beenden.“ Er gehe nicht davon aus, dass die Kostensteigerung vermeidbar gewesen wäre. Im April sei ihm deutlich geworden, dass die 190.000 Euro auf einer ersten Schätzung basierten. „Dass es davon abweichen konnte, war mir völlig klar.“ Scharf kritisiert der Politiker, dass die Verwaltung die gewählten Mitglieder des Kreistages nicht über Zwischenstände informierte. „So etwas darf nicht vorkommen. Daraus müssen die Lehren gezogen werden.“

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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