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Sicher wie seit 30 Jahren nicht

Kriminalstatistik 2014 Sicher wie seit 30 Jahren nicht

Laut Kriminalstatistik ist der Kreis Rendsburg-Eckernförde inzwischen so sicher wie in den letzten 30 Jahre nicht. 15.047 Taten registrierte die Polizei im vergangenen Jahr, gut 18.000 waren es 1984, dazwischen lagen Anfang der 90er Jahre und Anfang des Jahrhunderts Rekordwerte von deutlich über 20.000 Taten.

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Mord im Finanzamt in Rendsburg: Ein Steuerberater erschoss einen Finanzbeamten.

Quelle: Malte Kühl

Rendsburg. Zum Rückgang der Zahlen sagte Bernd Lohse, Leiter der Polizeidirektion Neumünster, am Dienstag bei der Vorstellung der Statistik für 2014: „Die Kernbotschaft ist positiv.“ Zur guten Botschaft gehöre auch eine Aufklärungsquote von rund 54 Prozent, damit liegt diese leicht über dem Ergebnis des Vorjahres und deutlich über dem Landeswert von rund 51 Prozent.

Weiter sei im Kreis die Zahl der Rohheitsdelikte wie Körperverletzung und Raub sowie die Zahl der Sexualstraftaten zurückgegangen. So registrierte die Polizei im vergangenen Jahr mit 1982 Rohheitsdelikten 153 solcher Straftaten weniger als 2013. Gleichzeitig ging die Zahl der Sexualtaten laut Statistik von 171 auf 138 zurück.

Nach wie vor machen schwere Diebstähle, zu denen auch Wohnungseinbrüche gehören, den größten Anteil an den Straftaten aus. „Das macht uns Sorgen“, sagte Lohse. Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 3434 entsprechende Anzeigen. Damit ist mehr als jede fünfte Straftat ein schwerer Diebstahl. Dennoch: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist zurückgegangen. Alleine in Rendsburg hat sie sich halbiert auf knapp 80 Taten. Den Abwärtstrend schreibt die Polizei intensiveren und gezielteren Streifenfahrten und intensiver Ermittlungsarbeit zu. 

So analysieren die Beamten die Routen der Einbrecher und versuchen auf der Basis vorherzusehen, wo sie als nächstes auftauchen, sagte der Rendsburger Kripochef Erhard Böttcher. „Unser Konzept greift, es bleibt ein Schwerpunkt.“ Dazu rät der Beamte, sich bei Polizei und Handwerkern über Einbruchssicherung zu informieren. Lohse appelliert direkt an die Bürger: „Sichern Sie ihr Eigentum so gut wie möglich. Achten Sie auf die Nachbarschaft. Rufen Sie sofort die Polizei an, wenn verdächtige Fahrzeuge unterwegs sind.“

Als Beispiel für Ermittlungserfolge nannte Böttcher die Festnahme von drei Gruppen mit insgesamt zwölf Täter, denen die Beamten bis zu 60 Einbrüche im Raum Rendsburg vorwerfen.

Von 78 auf 87 ist die Zahl der Raubtaten angestiegen. Umso brutaler waren sie teilweise. So zwangen zwei Täter im Juli eine Frau, in die Obereider zu springen, damit sie selbst nach einem Überfall auf den Lieferwagen des Opfers bequemer flüchten konnten, sagten die Beamten. Den Fahrer eines Lieferdienstes habe das Duo im Kofferraum des Wagens einsperren wollen. Die Polizei habe die Täter gefasst.

Dreimal ermittelten die Beamten im vergangenen Jahr wegen Tötungsdelikten. Im November fanden Feuerwehrleute in einem brennenden Stall in Haale die Leichen zweier 83 und 57 alter Frauen, Mutter und Tochter. Tatverdächtig ist der Betreiber einer Autowerkstatt. Am 1. September erschoss ein Fockbeker Steuerberater einen Beamten im Rendsburger Finanzamt. Der Täter wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Mai erstach ein Rendsburger im Stadtteil Schleife seine Freundin und erhielt acht Jahre Haft.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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