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Windkraft: Kritik an Gemeinde-Infos

Schwedeneck Windkraft: Kritik an Gemeinde-Infos

Einstimmig empfahlen der Bauausschuss der Gemeinde Schwedeneck, die Veränderungssperre für das Gebiet des Windparks zu verlängern. Vorausgegangen waren erneut Debatten über die Windmühlen mit einer Höhe von 175 Metern, teils in gereiztem Ton und mit Kritik mit der Informationspolitik der Gemeinde.

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In der Nähe der geplanten Windräder stehen bereits drei Mühlen im Ortsteil Sprenge. Sie sind 100 Meter hoch.

Quelle: Lutz Timm

Schwedeneck. In der Einwohnerfragestunde sprach Alexandra Bruns von der Bürgerinitiative (BI) Gegenwind den Sachstandsbericht der Gemeinde im jüngsten Amtsblatt an. Dort stehe zwar, dass ein möglicher Bürgerentscheid dazu führen könne, dass das Planverfahren beendet werde und die Gemeinde damit ihren Einfluss auf Pläne von Investoren verlieren würde. Bruns kritisierte das Fehlen eines Hinweises darauf, dass ein Bürgerentscheid auch einfach zu Veränderungen im Planverfahren führen könne – zum Beispiel mit neuen Höhen für die Mühlen. „Sie haben von vornherein nur eine Seite beleuchtet“, kritisierte Nicole Helmbold von der BI. Der Planer der Gemeinde, Norbert Jeß, erklärte, die Aussage mit dem Einflussverlust beziehe sich eben auf die Aufhebung des Planverfahrens. „Das ist juristisch sauber, aber schlechter Stil – eine bewusste Irreführung“, entgegnete Tom-Oliver Solisch (UBS). Er begrüße die Informationen für die Bevölkerung, „aber es muss vollständig sein“.

 „Was ist eigentlich das Ziel der Bürgerinitiative“, wollte Jan Reumann (CDU) wissen. Man habe viele Mitglieder und sei noch beim Abwägen, antwortete Bruns. Wie sie am Freitag erklärte, strebe die BI auf jeden Fall größere Abstände zu den Windrädern im Außenbereich sowie eine Höhenbegrenzung für die Mühlen an. Zudem plane Gegenwind noch in diesem Jahr eine öffentliche Veranstaltung.

 Könnte Schwedeneck durch die Windmühlen den Status als Erholungsort verlieren? „Dann dürfte es an der Nordsee keinen Tourismus geben“, sagte der stellvertretende Ausschussvorsitzende Herbert Lorenz (CDU) am Donnerstag. Dennoch beschäftigt sich das Wirtschaftsministerium mit der Frage: Bisher sei allerdings kein Fall von Aberkennung in Schleswig-Holstein bekannt, erklärte Ministeriumssprecher Harald Haase. Beim Etikett „Erholungsort“ gehe es vor allem um touristische Infrastruktur. Die Kurabgabe sei ohnehin nicht an den Status als Erholungsort gebunden, meinte UBS-Fraktionschef Michael Kreuzer im Bauausschuss – sein Fraktionskollege Solisch sah das anders.

 Die Landesplanung prüft im Fall des Schwedenecker Windparks, ob das Gebiet doch wieder in einem sogenannten „charakteristischem Landschaftsraum“ liegt. Vor 2012 hatte es entlang der Küste einen etwa drei Kilometer langen Sperrkorridor für Windkraft gegeben. Der wurde später verschoben, so dass Schwedeneck nun im Eignungsgebiet liegt. Auch davon hängt eine Ausnahmegenehmigung ab. Eine Entscheidung wird in einigen Monaten erwartet.

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Ein Artikel von
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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