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Fusion scheint die einzige Möglichkeit

Kronshagen Fusion scheint die einzige Möglichkeit

Rund 120 Lehrer, Eltern- und Gemeindevertreter trafen sich am Mittwoch im Bürgerhaus Kronshagen, um mit Schulrat André Berg und Hans-Hermann Dube, Leiter der Schulaufsicht im Bildungsministerium, die Situation der beiden Grundschulen im Ort zu diskutieren

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Voll besetztes Bürgerhaus in Kronshagen: Eltern, Lehrer und Gemeindepolitiker wollen sich über die Situation der beiden Grundschulen im Ort informieren.

Quelle: Sven Janssen

Kronshagen. Voll besetztes Haus. Und alle wollten sich über mögliche Lösungen zur Zusammenlegung der Grundschulen informieren. „Wir haben nicht mehr die Möglichkeit, die Kinder so zu unterstützen, wie sie es brauchen“, machte Christine Velázquez, Lehrerin der Brüder-Grimm-Schule (BGS), deutlich. Vor allem in der ersten und zweiten Klasse sei eine Integration der Kinder mit Migrationshintergrund schwierig, weil es in den Klassen am nötigen Mittelbau in der Schülerstruktur fehle. „Unsere Kinder kommen oft aus bildungsfernen Bereichen“, erklärte sie. Das erschwere gegenseitige Unterstützung. Ein zweites Problem sei, dass die BGS gegenüber der Eichendorff-Schule (EDS) unattraktiver sei, weil wegen des Gebäudezustands die Raummöglichkeiten fehlen würden. Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit seien nur durch eine Schulfusion möglich.

Diese These sahen vor allem Elternvertreter der EDS anders. Wenn es darum ginge, Schüler gleichmäßig zu verteilen, sodass eine gute Durchmischung der Klassen gegeben sei, müsse es auch andere Möglichkeiten geben. Es sei beispielsweise denkbar, eine Kooperationsschule zu schaffen, in der die Schüler gleichmäßig verteilt würden oder aber, durch eine Zusammenarbeit beider Schulen, eine solche Verteilung zu erreichen. Deutlich wurde auch, dass es Angst vor einer großen Schule mit gut 550 Schülern gibt, da diese aufgrund ihrer Größe den Kindern nicht gerecht werden könne.

„Groß bedeutet nicht schlecht, klein nicht immer gut. Es ist falsch, dass große Grundschulen automatisch große Probleme haben“, sagte Dube. „Der Vorteil von großen Schulen ist, dass man Lehrer und Schulsozialarbeiter flexibler einsetzen kann als in kleinen Systemen“, sagte Berg.

Beide machten deutlich, dass eine Fusion der Schulen die einzige Möglichkeit sei, um eine gleichmäßige Verteilung der Schüler zu erreichen. Die Einrichtung einer Kooperationsschule sei rechtlich nicht möglich, eine Zusammenarbeit der Schulen schon. Damit sei aber eine andere Verteilung der Schüler nicht zu realisieren, so Berg, der auch daran erinnerte, dass eine Zusammenarbeit hinsichtlich gleicher Unterrichtszeiten oder auch die Zusammenlegung der Schulhöfe in der Vergangenheit gescheitert sei.

Dube betonte, dass es an der Gemeinde als Schulträger liege, zu handeln. „Wir werden helfen, wenn es einen Antrag auf Zusammenlegung gibt. Von uns alleine aus werden wir nichts unternehmen.“ Sollte der Antrag kommen werde der Prozess angestoßen. Ein Coach würde dann die Fusion begleiten und das Zusammenwachsen, an dem Lehrer wie Eltern beteiligt würden, fördern. Das brauche Zeit und würde sich erst auf künftige Jahrgänge auswirken. „Alle jetzigen Klassen bleiben in ihrem Klassenverband bei ihren Lehrern.“Immer wieder kam die Frage auf, welche Möglichkeiten in den politischen Gremien der Gemeinde diskutiert werden. Trotz vieler anwesender Gemeindevertreter blieb diese Frage unbeantwortet. In den vergangenen Wochen stand das Thema nicht auf den Tagesordnungen von Ausschüssen oder der Gemeindevertretung selbst.

Als Schulträger ist die Gemeinde auch verantwortlich für die Bausubstanz. Hier mahnten Eltern an, dass trotz denkmalgeschützter Fassade des Hauptgebäudes, Gelder in die Innensanierung der Schule investiert werden könnten. Schließlich sei man selbst bei einer Zusammenlegung der Schulen aus Platzgründen auf das Gebäude angewiesen.

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