10 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Schüler auf den Spuren des Phantoms

Kronshagen Schüler auf den Spuren des Phantoms

Die Jugendlichen aus dem Theaterkurs der Gemeinschaftsschule Kronshagen haben im Operettenhaus in Hamburg hinter die Kulissen der Musicalbühne geschaut. Darsteller Martin Rönnebeck hatte die Schüler eingeladen und ihnen tiefe Einblicke in die Theaterwelt gewährt.

Voriger Artikel
Gemeinsam positive Zukunft gestalten
Nächster Artikel
„Kommunen haben Luft zum Atmen“

Hinter der Bühne im Operettenhaus wirken die Kulissen gleich ganz anders, und die Kutsche ist vergleichsweise riesig.

Quelle: Sven Janssen

Kronshagen/Hamburg. Einmal richtig eintauchen in die Tiefen des Musicals „Phantom der Oper 2 – Liebe stirbt nie“, den Darstellern in Hamburg auf die Finger schauen und gemeinsam im Ballettsaal proben, das konnten jetzt 15 Schüler des Theaterkurses der Gemeinschaftsschule Kronshagen erleben. Musicaldarsteller Martin Rönnebeck hatte ihr Stück, „12 auf einen Streich, ein Märchen aus Kronshagen“, im Mai gesehen und war so begeistert, dass er die Truppe spontan ins Operettenhaus nach Hamburg einlud.

 Der 43-jährige Rönnebeck ist „Swing“ im Musical, also ein Darsteller der in verschiedenen Gesangsrollen einspringt. Beim Phantom sind es fünf, heute spielt er Squelch. „Eineinhalb Stunden brauche ich für die Maske“, erzählt er, alleine die Glatze sei extrem aufwändig, dann noch einen Fat-Suit anziehen, damit er die richtig füllige Figur hat. „Wo ich einspringe, erfahre ich erst kurz vorher.“ Aufregung ist dem Musicalprofi, der erst Theologie studierte, bevor er durch einen Workshop mit 22 Jahren den Weg zur Stella R1 Academy fand und damit seinen Weg ins Musical ebnete, nicht anzumerken. „Die Bühne ist das, wo ich arbeiten will.“

 Arbeiten, das sollen auch die Schüler. Auf dem Programm steht das Intro zur Show, der Coney Island Walzer. Noch sind es etwa vier Stunden, bis die Vorstellung beginnt. „Auf in den Ballettsaal“, sagt Rönnebeck und führt die Gruppe durch ein schmales Treppenhaus in den Probenraum. Spiegel an der Wand, ein Klavier, eine Hantelbank, ein Punchball an der Decke, der Raum ist funktionell eingerichtet. Viel Zeit zum Umschauen bleibt den Schülern nicht, die Probe beginnt. Drei Mal wird der Refrain gesprochen, dann gesungen. „Jetzt kommen noch die Schritte dazu, das ist ganz einfach“, sagt Rönnebeck. Schleifen, drehen, kreisen, immer im Takt und genau auf den Punkt. Was anfangs noch unmöglich scheint, sitzt nach kurzer Zeit. „Wenn es gut erklärt wird, dann bekommt man es auch schnell hin“, sagt Aileen.

 Wie nah es am Original war, können die Schüler kurz darauf beurteilen, als sich der Vorhang zum Musical hebt. Auf Squelch schauen sie ganz genau, Martin Rönnebeck ist in seiner Rolle kaum wiederzuerkennen. „Es ist spannend, zu sehen, wie viel Arbeit in einem solchen Musical steckt“, stellt Finja fest, als sie nach der Vorstellung hinter die Bühne schaut. Alles ist organisiert, jedes Requisit findet seinen Platz. Vom kleinen Stift, mit dem das Phantom seine Komposition zu Papier bringt, bis hin zur Kutsche, in der Christine zu ihrer Unterkunft fährt. Hinter der Bühne wirkt sie noch riesiger.

 „Stücke, die weltweit laufen, haben durchaus ihre Tücken“, sagt Rönnebeck. Kämen die Kostüme direkt von einer Japan-Tournee, dann seien sie meist etwas kurz. „Die Menschen dort sind halt etwas kleiner.“ Der eiserne Vorhang, der aus Feuerschutzgründen den Bühnenbereich vom Zuschauerraum trennt, begeistert die Schüler ebenso sehr, wie gut 300 Kostüme, die in dem Stück gebraucht werden. „Ich hätte nie gedacht, dass sich die Schauspieler fast alle selbst schminken“, sagt Finja beim Gang durch die Maske. Alle erstaunt, dass so viel Platz hinter der Bühne ist. Und auch die Technik, die für die imposanten Effekte sorgt, fasziniert die Schüler. Eindrücke, mit denen sie am späten Abend wieder nach Kronshagen fahren. Man darf gespannt sein, was davon im nächsten Stück des Theaterkurses seinen Einzug hält.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3