15 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Turmfalke für die Freiheit trainiert

Kronshagen Turmfalke für die Freiheit trainiert

Sein Flügel war gebrochen. Es sah nicht gut für den kleinen Turmfalken aus. Zwei Falkner nahmen sich in Kronshagen des verwaisten Jungvogels an, päppelten ihn auf und trainieren ihn jetzt auf dem Friedhof Eichhof für ein Leben in Freiheit. In einer Woche soll der Falke ausgewildert werden.

Voriger Artikel
Aufbereitung durch Sauerstoffzufuhr
Nächster Artikel
Verdi-Mitglieder planen Bürgerentscheid

Falkner Ernst Flüh aus Kronshagen trainiert den jungen Turmfalken, der verletzt worden war, für ein Leben in Freiheit. Lisa Pannek (nicht auf dem Foto) unterstützt ihn dabei.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Der kleine Turmfalke schüttelt sich. Er ahnt wohl, dass er gleich fliegen wird. Auf dem Friedhof Eichhof in Kronshagen ruft Lisa Pannek ihm „Heja, heja“ zu. Dann hebt er von Ernst Flühs Handschuh ab und fliegt auf einen Baum in der Nähe. Noch eine Woche Training, dann werden die beiden Falkner den jungen Vogel in die Freiheit entlassen.

In einer Kiste kam der Turmfalke vor zwei Monaten in Kronshagen an. In der Nähe des Hamburger Flughafens war er verletzt aufgefunden worden. Schwingenbruch. Ein Tierarzt richtete den Flügel. „Nicht viele Jungtiere überleben“, weiß Flüh, der sich vor 15 Jahren als Jäger zum Falkner ausbilden ließ.

Er und Lisa Pannek sind Mitglieder im Deutschen Falkenorden, dem weltweit ältesten und größten Verband. Sie sind keine aktiven Falkner; sie gehen nicht mit Greifvögeln auf Jagd. Beim Training für ein Leben in freier Natur ist das Fressen der Schlüssel zum Erfolg. Nur um ihren Hunger zu stillen, bewegen sich Falken durch die Luft. „Turmfalken brauchen täglich 25 Prozent ihres Körpergewichtes an Fleisch“, weiß Flüh. Der junge Pflegefall ist ein Leichtgewicht, er bringt gerade mal 150 Gramm auf die Waage.

Seit einiger Zeit trainieren die beiden Falkner auf dem Friedhof Eichhof. „Er erhält nur positive Verstärkung. Eine Bestrafung würde ein Greifvogel nie verzeihen“, sagt Lisa Pannek. Bald kommt der letzte gemeinsame Tag. “Dann kann er noch einmal richtig futtern, wird vom Geschüh befreit und in die offene Voliere gesetzt. Wir werden ihn wohl nie wiedersehen“, vermutet sie.

Hier sehen Sie noch mehr Bilder vom Turmfalken und zur Arbeit der beiden Falkner aus Kronshagen

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3