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Denkmalschutz entdeckt den Ortskern

Kronshagen Denkmalschutz entdeckt den Ortskern

Die Brüder-Grimm-Schule und die alte Domäne sind nicht mehr die einzigen geschützten Gebäude in Kronshagen. Das Landesamt für Denkmalschutz hat jetzt vier weitere Objekte unter Schutz gestellt: die Sparkasse, das Gemeindehaus, das Fleischerei-Gebäude und das Hochhaus an der Ladenzeile.

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Das Landesamt für Denkmalschutz hat das 1923 errichtete Sparkassen-Gebäude in der Kieler Straße in Kronshagen als architektonisches Denkmal eingestuft und unter Schutz gestellt.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Die Denkmalbehörde setzt damit im Rahmen der Ortskernplanung, an der sie von der Gemeinde als Träger öffentlicher Belange beteiligt worden war, einen Punkt. Sie stellt aus fachlicher Sicht fest, dass diese vier Objekte – zumindest äußerlich – zu bewahren sind. Die Bewertung fiel dabei unterschiedlich aus. Auf Nachfrage dieser Zeitung erläuterte Bastian Müller, Mitarbeiter des Landesamtes, dass allein das Gebäude der Sparkasse mit dem markanten Giebel als architektonisches Einzeldenkmal geschützt sei. In das 1923 nach Plänen des renommierten Architekten Arnold Bruhn errichtete Haus zogen seinerzeit ein Laden des Landwirtschaftlichen Bezugsvereins sowie eine Filiale der Kreissparkasse Bordesholm ein. Kronshagen entwickelte sich damals von einer ländlichen geprägten Gemeinde zum attraktiven Vorstadt-Wohnort.

 Die anderen drei Objekte stellte das Landesamt nicht in erster Linie wegen ihrer jeweiligen besonderen Architektur unter Schutz, sondern weil sie als Ensemble den historisch gewachsenen Ortskern markieren. In diesen Zusammenhang gehört zum einen das ehemalige Gemeindehaus in der Kieler Straße 72. Es ist 1911 nach einem Entwurf des Kieler Architekten Carl Mannhardt als Zentrum der Selbstverwaltung gebaut worden und diente als solches bis zur Eröffnung des neuen Rathauses im Jahr 2000.

 Qualität erkennt das Landesamt auch in der Architektur des 1953 errichteten Fleischerei-Gebäudes mit der Spitzbogengliederung. Zusammen mit dem Gemeindehaus präge es die Kreuzungssituation. Ein neue dynamische Bauform und eine moderne Architektursprache brachte das 1963 errichtete Hochhaus mit Ladenzeile an der Bürgermeister-Drews-Straße in den Ortskern hinein.

 Noch in der Bewertungsphase befindet sich die Freiraumgestaltung mit seltenen Bäume und Brunnen zwischen den vier schützenswerten Gebäuden. Dieser grüne Bereich stelle fast einen Dorfanger dar. Für die Erweiterung des Ensemble-Schutzes um die beiden Elac-Häuser gegenüber in der Kieler Straße konnten sich die Denkmalpfleger jedoch nicht erwärmen. „Für Bauten dieses Stils gibt es in Schleswig-Holstein ein großes Angebot. Da hätte mehr dran sein müssen“, erläuterte Bastian Müller.

 Seit der Änderung des Denkmalschutzgesetzes vor zwei Jahren gibt es für die Eigentümer gegen die Einstufung keine Widerspruchsmöglichkeit mehr. Sie müssten vor Gericht klagen, was aber bisher niemand getan hat.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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