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Kronshagener Modell setzt auf Sporthalle

Flüchtings-Unterbringung Kronshagener Modell setzt auf Sporthalle

Eine neues Modell für die Unterbringung von Flüchtlingen will Kronshagen verwirklichen. Auf dem ungenutzten Grandplatz am Suchsdorfer Weg soll die Hülle der lang ersehnten vierten Sporthalle errichtet werden. In ihr wird jedoch zunächst kein Sport getrieben – sie erhält stattdessen Räume für 90 Menschen.

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Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Für dieses Kronshagener Modell sprach sich der Haupt- und Finanzausschuss am Dienstagabend einstimmig aus. Ursprünglich war der Tagesordnungspunkt von der Verwaltung für die nichtöffentliche Sitzung vorgesehen. Auf Initiative von Wolfgang Weskamp (SPD) zog das Gremium das Thema jedoch in die Öffentlichkeit. „Wir haben nichts zu verbergen“, betonte auch Vorsitzender Thomas Kahle (CDU).

 Der Anstoß, die Notwendigkeit zur Unterbringung mit den Wünschen der Sporttreibenden zu verbinden, kommt von Gunnar Heintze (SPD). Er sieht in dem Bau einer 1800 Quadratmeter großen Mehrzweckhalle einen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung – das Aufstellen von Containern böte diesen Vorteil nicht. Nach dem Zeitplan des beauftragten Rendsburger Architektenbüros BCS könnte bereits im kommenden April mit dem Bau begonnen werden. Eine Bodenplatte würde gegossen und eine Hallenhülle errichtet werden. Durch Leichtbauweise ließen sich darin 45 Räume für Flüchtlinge abteilen. Derzeit geht die Gemeinde davon aus, dass die Halle für etwa fünf bis zehn Jahre als Unterkunft genutzt wird. Im Anschluss ließen sich die Wände leicht entfernen, der Hallenboden könnte eingezogen und ein neuer Sanitärbereich installiert werden. 2009 waren die Pläne für eine Sporthalle am Kunstrasenplatz vor allem wegen der jährlich etwa 250000 Euro Folgekosten auf Eis gelegt worden.

 Für das Vorhaben sollen 3,6 Millionen Euro im Haushalt 2016 verankert werden. Nach Schätzungen von BCS würde eine Sporthalle in Standardausführung mit rund 2,5 Millionen Euro zu Buche schlagen – allerdings ohne die Kosten für Erschließung und Entsorgung des belasteten Untergrundes. Für die Hülle allein berechnet das Büro 1,65 Millionen Euro. Der Ausbau zur Unterkunft erhöht die Kosten auf 2,45 Millionen Euro. Nach Rückbau und Umbau für den Sportbetrieb wären nach jetzigen Preisen 3,4 Millionen Euro erreicht. Auch wirtschaftliche Gründe sprechen für diese Lösung: Die Kosten pro Flüchtling liegen bei etwa 10000 Euro, bei Containern wären es 11100 Euro.

 Einstimmig lehnte der Ausschuss den Einzug einer zweiten Ebene in der Halle ab. Bei 180 Menschen ließen sich die Pro-Kopf-Kosten zwar auf nur noch 8750 Euro reduzieren, diese Größenordnung wird allerdings fraktionsübergreifend als nicht verträglich für den gewählten Standort angesehen.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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