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Partnerschaft steht auf der Kippe

Kronshagen/Uganda Partnerschaft steht auf der Kippe

Die kommunale Partnerschaft zwischen Bushenyi/Ishaka in Uganda und Kronshagen steht auf der Kippe. Der Sozialausschuss will die Beziehung zu der Gemeinde in Afrika nur auf Vereinsebene aufrecht erhalten. Das löst Empörung aus, die Partnerschaft wird bereits seit fast drei Jahren geplant.

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Delegation vor dem Kronshagen-Haus in Rukararwe (von links): Andrea Linfoot (CDU), Torben Dierks (Verwaltung) und Eicke Paysen (damals SPD, jetzt FSK) sondierten im vergangenen November nach Feldern einer möglichen Partnerschaft.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Für eine kommunale Partnerschaft mit der ugandischen Gemeinde Bushenyi/Ishaka gibt es in Kronshagen keine politische Mehrheit. Diese Wende löste im Sozialausschuss am Dienstagabend Überraschung und Empörung aus. Die Partnerschaftsarbeit soll allein in die Hände eines noch zu gründenden Vereins gelegt werden. Vor allem große Teile der CDU und die UKW lehnen eine kommunale Ebene ab.

 Vor gut zweieinhalb Jahren war der ugandische Bürgermeister Jackson Kamugasha mit dem Wunsch an Kronshagen herangetreten, eine Partnerschaft zwischen den Gemeinden einzugehen. In Bushenyi liegt das Entwicklungshilfezentrum Rukararwe, das vor 30 Jahren mit Initiative aus Kronshagen aufgebaut wurde und das in der Region dort große Strahlkraft entwickelt hat. Viele Kontakte und Projekte sind seitdem entstanden.

 Nach längeren Diskussionen entsandte Kronshagen im vergangenen November eine dreiköpfige Delegation ins Rathaus von Bushenyi/Ishaka, um sich gegenseitig kennenzulernen und mögliche Felder einer Partnerschaft auszuloten. Die Delegation berichtete im Anschluss von positiven Erfahrungen und benannte mögliche Tätigkeitsfelder.

 Ein interfraktioneller Arbeitskreis erhielt den Auftrag, das Wie einer möglichen Partnerschaft auszuarbeiten. In der Sitzung am Dienstag präsentierte dieser eine Beschlussvorlage. Danach sollte die Gründung eines Partnerschaftsvereins befürwortet werden, um eine „echte“ Städtepartnerschaft mit Leben zu füllen. So bekämen auch engagierte Kronshagener die Gelegenheit mitzuarbeiten. Über den Verein könnten Reisen organisiert und Weltwerts-Projekte für junge Leute umgesetzt werden. Zudem sollte der Arbeitskreis in Zusammenarbeit mit der Verwaltung einen Satzungsentwurf für den Verein erarbeiten.

 Thomas Kahle, CDU-Fraktionschef, lobte die Arbeitsgruppe. Man könne jetzt loslegen. In seiner Fraktion gebe es keine Widerstände zu den einzelnen Punkten. Er persönlich sehe eine kommunale Partnerschaft kritisch, begrüße aber die Gründung eines Vereins. Massiver Widerstand kam von der UKW: „Wo sind die Kronshagener Bürger, die das unterstützen?“, fragte Michael Lobstaedt. Er vertrat die Auffassung, dass die Satzung von Vereinsmitgliedern ausgearbeitet werden müsse. „Es gibt noch keinen Verein. Wir brauchen erst eine Satzung, um ihn zu gründen“, erläuterte Andrea Linfoot (CDU) und wies Lobstaedt darauf hin, dass es reichlich engagierte Bürger gebe. Auch hinter ihm säßen einige. Renate Graetsch (UKW) bezweifelte, dass der Sozialausschuss überhaupt über die Arbeitszeit der Verwaltung verfügen könne. Das dürfe nur der Hauptausschuss.

 „Ich habe das Gefühl, wir drehen uns im Kreise“, machte sich Andrea Linfoot Luft: „Wir haben lange genug nachgedacht, Leute nach Uganda geschickt – jetzt würde ich gern anfangen.“ Auch Gudrun Rempe (Grüne) war unzufrieden: „Alles wird wieder aufgeweicht. Wir wollten eine kommunale Partnerschaft. Das ist jetzt eine Farce.“ Eicke Paysen (FsK) gab zu bedenken: „In Bushenyi gibt es gar keine Vereine.“ Verärgerung bei anwesenden Bürgern: „Ich bin ziemlich enttäuscht. Bushenyi erwartet keinen Verein, sondern eine kommunale Partnerschaft“, sagte Ev Pagel.

 Ausschussvorsitzende Ulrike Khuen-Rauter (Grüne) bedauerte: „Eine kommunale Partnerschaft ist in dieser Gemeindevertretung nicht durchzusetzen. Der Verein ist der kleinste gemeinsame Nenner.“ Sowohl Rempe als auch Susanne Dannenberg (CDU) enthielten sich bei dem einstimmigen Beschluss zur Gründung eines Partnerschaftsvereins.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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