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Delegation befürwortet ugandische Partnerschaft

Kronshagen Delegation befürwortet ugandische Partnerschaft

Eine Woche lang besuchte eine Delegation aus Kronshagen die möglichen Partner in Uganda. Jetzt empfehlen, die drei Mitglieder der Gemeinde, eine kommunale Partnerschaft einzugehen und zusätzlich einen Verein zu gründen.

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Zum Abschied in Bushenyi überreichten Bürgermeister Kamugasha Jackson und Stellvertreterin Jacky der Kronshagener Delegation eine Kiste mit Honiggläsern: Eicke Paysen (links) und Andrea Linfoot (Mitte) freuten sich in Uganda über herzliche Begegnungen.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Wird Kronshagen eine Partnerschaft mit der Gemeinde Bushenyi/Ishaka in Uganda eingehen? Mit dieser Frage beschäftigen sich die politischen Gremien im Rathaus bereits seit mehr als zwei Jahren. Im Dezember besuchte erstmals eine offizielle Delegation die möglichen Partner in dem ostafrikanischen Land, um die Grundlagen für eine Partnerschaft auszuloten. Im Sozialausschuss am 19. Januar will die Gruppe über ihre Erfahrungen berichten und Vorschläge für das weitere Vorgehen machen.

 „Ich hoffe, Sie in Kronshagen wiederzusehen“, hatte Andrea Linfoot (CDU), stellvertretende Kronshagener Bürgermeisterin, beim Abschiedsabend in Bushenyi zu ihrem Amtskollegen, Bürgermeister Kamugasha Jackson, gesagt. Und er versicherte: „Wir lieben Freundschaft und Partnerschaft. Lasst uns gegenseitig kennenlernen - alles andere kommt von selbst.“

 Zusammen mit Eicke Paysen (SPD), stellvertretende Bürgervorsteherin, und Torben Dierks von der Verwaltung war Linfoot für knapp eine Woche in das etwa 6000 Kilometer entfernte immer grüne Land gereist. Von der in der Nähe des großen Viktoriasees gelegenen Hauptstadt Kampala sind es noch einmal etwa fünf Stunden Autofahrt über Landstraßen und über den Äquator hinweg nach Bushenyi. Fast auf Höhe des dortigen Rathauses biegt das Auto plötzlich ab und fährt über eine rotbraune, unbefestigte Piste, vorbei an kleinen Höfen mit Bananenfeldern, noch vier Kilometer weiter bis nach Rukararwe, dem Entwicklungshilfezentrum. Es wurde vor 30 Jahren auch mit Unterstützung aus Kronshagen aufgebaut. Seit 2011 beherbergt es in den zehn gemauerten Rundhütten bisher nur zwei Mal im Jahr Öko-Touristen aus dem Kieler Raum. Die Delegation schloss sich einer dieser Reisegruppen an, um bei der Premieren-Fahrt keine unangenehme Überraschung zu erleben.

 Während die Touristen auf Schimpansen-Pirsch gingen und nach Elefanten Ausschau hielten, nutzte die Delegation die Zeit, um Einblicke in die Verwaltung sowohl der Gemeinde als auch der in Bushenyi angesiedelten Kreisverwaltung zu erlangen. Vor dem Rathaus pflanzten die Drei Bäume. Darüber hinaus besuchten sie eine Schule für Kinder mit Behinderungen sowie ein neues Unternehmen, das versucht, durch Bananenveredelung die Wertschöpfung zu erhöhen. Zu den Produkten gehören Bananen-Wein und Chips.

 Andrea Linfoot war von der Offenheit der Diskussionen überrascht. Auch das Verhältnis von Männern und Frauen kam schnell zur Sprache. „Wie geht Ihr mit Gewalt und Alkohol in den Familien um?“, war gleich eine der ersten Fragen, mit der sie konfrontiert wurde. Auch Verwaltungskenner Torben Dierks überraschte der erste Einblick: „Da gibt es mehr Strukturen, als ich dachte. Der Unterschied ist gar nicht so groß“ Die Büros seien mit PCs ausgestattet. Allerdings hat die Kommune noch keine Homepage. Dierks sieht dort eine der ersten Möglichkeiten zur Kooperation. Kronshagen will seinen Internetauftritt erneuern. Auch bei den regenerativen Energien könnte es Unterstützung geben.

 Sowohl Andrea Linfoot als auch Eicke Paysen sind nach dem Besuch persönlich überzeugt, dass Kronshagen eine Partnerschaft mit Bushenyi/Ishaka eingehen sollte. Allerdings halten sie zusätzlich, die Gründung eines Partnerschaftsvereins für sinnvoll, um noch mehr Bürger unter der Federführung der Gemeinde einzubinden. Klar ist für die beiden auch, dass der politische Weg unabhängig von dem beschritten werden sollte, was bisher auf anderen Ebenen gemacht wurde. Sie wollen dem Sozialausschuss vorschlagen, eine Arbeitsgruppe zu bilden. Doch zunächst, so ist das Trio überzeugt, brauchen beide Seiten wegen einer Gemeinsamkeit etwas Zeit: Nicht nur in Kronshagen sind im kommenden Monat Wahlen - in Uganda werden der Präsident und die Bürgermeister neu gewählt.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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