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Kultur statt Kühe auf Gut Bossee

Westensee Kultur statt Kühe auf Gut Bossee

Mehr als 250 Jahre lang waren dort bis zu 120 Rinder untergebracht. Doch seit Ende der 60er Jahre melkt niemand mehr in dem denkmalgeschützten Kuhhaus von 1709. Nach der frischen Innenrenovierung soll nun die Kultur dauerhaft auf Gut Bossee Einzug halten.

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Kultur auf dem Lande: Gutsbesitzer Detlev von Bülow lädt auf Bossee zur musikalischen Premiere in den denkmalgeschützten Kuhstall von 1709 ein.

Quelle: Torsten Müller

Westensee. Am Sonntag, 19. Juli, um 18 Uhr lädt Gutsbesitzer Detlev von Bülow zur musikalischen Premiere von „Rund um den Kuhstall“ nach Westensee ein. Die Gruppe Luft, Holz und Eisen spielt auf alten Instrumenten Musik aus den Zeiten, als das erste Herrenhaus (Renaissance) und das Kuhhaus (Hochbarock) entstanden.

 Das Konzert bildet den Auftakt einer neuen Reihe „Kuhstall plus“. „Das ist ein Veranstaltungsprofil, mit dem die Kultur aufs Land und die Menschen zusammengebracht werden sollen“, sagt von Bülow. Als Inhalt schwebt ihm nicht nur Musik vor. Auch Lesungen, Reiseberichte sowie das Kennenlernen von alten Handwerkstechniken will er künftig von Mai bis September im 1000 Quadratmeter großen Kuhstall ermöglichen. Am Herzen liegt ihm dabei auch die Muße: „Es wird immer Zeit sein, um miteinander ins Gespräch zu kommen.“ Ein gastronomisches Angebot gehört jeweils dazu.

 Am Sonntag wird von Bülow auch selbst das Wort ergreifen und in die Geschichte des Gutes einführen. Die gesamte Anlage steht seit den 80er Jahren unter Denkmalschutz. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts ließen die Rantzaus den Wirtschaftshof komplett erneuern. Dabei entstand auch das 56 Meter lange Kuhhaus mit dem markanten geschwungenen Giebel. 1924 brannte das reetgedeckte Gebäude ab. Beim Wiederaufbau erhielt es einen Anbau. „Zum Glück wurde dabei der Entwurf, auf der Hofseite einen Holstentor-artigen Zugang zu schaffen, nicht umgesetzt“, sagt von Bülow.

 1964 begann der Auszug des Milchviehs. Das Gut hatte entschieden, sich nur noch auf die Feldwirtschaft zu konzentrieren. Eine Firma stellte im Kuhstall zunächst Trecker unter, dann fristete das Gebäude das Schicksal einer Abstellkammer. Erst 2002 belebte von Bülow den Kuhstall als Kulisse für den historischen Weihnachtsmarkt wieder. Der Markt der Sinne sowie das Kohl- und Dreschfest der Oldtimerfreunde folgten. Die Initialen HJR, FMR auf der Giebelfront weisen auf die Erbauer „Herr Jasper Rantzau, Frau Margarete Rantzau“ hin. Die Melker machten daraus einst: „Hier ist Ruhe für mein Rind.“

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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