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Über den Steg zum brüllenden Eber

Nordart in Büdelsdorf Über den Steg zum brüllenden Eber

Akkuschrauber surren, Handwerker hebeln große Holzkisten auf, Bilder des Polen Michal Lack lehnen an weiß gestrichenen Raumteilern. In der alten Industriehalle der Carlshütte in Büdelsdorf hat der Aufbau der Nordart begonnen.

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Boris Müller (links) und Bernd Schumacher decken den fast zehn Tonnen schweren Stahlguss des chinesischen Künstlers Lv Shun mit einer Schutzplane zu.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Büdelsdorf. Zehn Meter lang ist der Stahlguss des chinesischen Künstlers Lv Shun. An der schwarzen Tafel sitzen Eber – brüllend, schmatzend, schlafend. Auf dem Tisch verstreut liegen Reste eines Festmahls – leere Flaschen, halbvolle Teller, Stäbchen, Knochen, eine Reisschale. „Für mich persönlich ist es ein Highlight der Ausstellung“, sagt Wolfgang Gramm, der Leiter der Nordart. Über den Seeweg ist das Werk nach Büdelsdorf gekommen, sechs Wochen dauerte das. Jetzt steht es an einer der prominentesten Stellen der Nordart, dort wo ehemals Gießereiprodukte in Hochregalen lagen. Auf einem über ein Wasserbecken gelegten Steg sollen die Besucher dorthin kommen.

Lv Shun hat sein Werk Festmahl genannt. Manche Betrachter zögen eine Verbindung zum Abendmahl von Leonardo da Vinci, sagt Gramm. Ein Irrtum in seinen Augen: „Ich glaube, dass das einfach nur Schweine sind.“ Auch Inga Aru, für Management und Marketing bei der Nordart verantwortlich, sieht da überhaupt keine Verbindung: „Es wäre eine blöde Provokation und nichts anderes.“

250 Künstler aus 50 Ländern stellen bei der Nordart aus. Sie bekommen von den Veranstaltern kein Geld, auch den Transport übernehme die Nordart nicht, sagen Inga Aru und Wolfgang Gramm. Die Nordart gilt als eine der größten Schauen zeitgenössischer Kunst in Europa. Die Mongolei ist dieses Jahr Schwerpunkt.

Gramm steht in der Ausstellungshalle neben einem zusammengeschnürten Paket, das auf einer Palette liegt. Darin sind Steigbügel, die zu einer Installation gehören. Fast ehrfürchtig sagt der Künstler aus Sehestedt: „Der Steigbügel ist in der Mongolei erfunden worden. Ohne Steigbügel kann man nicht nicht mit Pfeil und Bogen aus dem Sattel heraus schießen.“

Die Mongolei ist bei der Nordart mit über 100 Werken vertreten – Gemälden, Fotografien, Videos und Installationen. Inga Aru: „Es ist die bisher größte Kunstausstellung der Mongolei in Europa.“ Auf zwei Lkw sind die Werke auf dem 9000 Kilometer langen Landweg tagelang von Ulan Bator nach Büdelsdorf gefahren, sagt Wolfgang Gramm. „Diese Tour hätte man als Filmteam begleiten müssen.“

Die Nordart öffnet am 6. Juni. Zur Ausstellungsfläche gehören die Hallen der stillgelegten Carlshütte, eine Wagenremise, ein Skulpturenpark sowie öffentliche Plätze.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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