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Das Werk eines Romantikers

Bordesholm Das Werk eines Romantikers

Jens Ahlers, Leiter der Landesbibliothek, übergab Bordesholm das Bild „Baumlandschaft mit Rindern auf dem Weg zur Tränke“ von Johann Georg Paul Mohr als Dauerleihgabe. Am Mittwoch, 16. März, wird um 16 Uhr im Museum auf der Klosterinsel in Bordesholm eine Ausstellung über Maler eröffnet.

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Jens Ahlers (von links), Chef der Landesbibliothek, stellt der Gemeinde das Gemälde „Baumlandschaft mit Rindern auf dem Weg zur Tränke“ als Dauerleihgabe zur Verfügung. Amtsdirektor Heinrich Lembrecht, Ali Arsevenvon der Fielmann AG, Reinhard Koglin, Chef des Kulturvereins Bordesholm, und Ilona Ingwersen von der Amtsverwaltung präsentierten am Donnerstag stolz das Bild.

Quelle: Frank Scheer

Bordesholm. Von einem „außergewöhnlichen Ereignis“ sprach Reinhard Koglin, Vorsitzender des Kulturvereins, bei der Vertragsunterzeichnung für die Dauerleihgabe im Rathaus. „Bis vor einem halben Jahr kannte ich den Maler nicht“, räumte er ein. Mittlerweile, und da hätten ihn auch Forschungen des Vereinsmitglieds Horst Rienau bestärkt, gehe er davon aus, dass der in Bordesholm geborene Mohr ein bedeutender Maler sei, der mit Künstlern wie Charles Roß und Louis Gurlitt gleichzusetzen sei. Koglin schlug auch vor, eine Straße nach Mohr zu benennen.

 Auf das 1,40 mal 1,08 Meter große Ölgemälde war Ahlers eher zufällig gestoßen. Ein Kieler Historiker hatte es 2010 bei einer Aktion in Süddeutschland erworben und es im vergangenen Jahr zum Verkauf angeboten. Der Leiter der Landesbibliothek schlug zu, finanziert wurde das Gemälde, dessen Wert bei 10000 Euro liegt, von der Fielmann AG. Auch die Restaurierung bezahlte die Firma. 500000 Euro gebe man pro Jahr aus, um Museen Bilder zur Verfügung stellen zu können, betonte Ali Arseven vom Brillen-Unternehmen.

 Johann Georg Paul Mohr, der am 16. Juni 1808 in einem Haus gegenüber vom Pastorat in der Wildhofstraße das Licht der Welt erblickte, sollte eigentlich wie sein Vater Schlachter werden. Er besuchte die damalige Schule in der Kirchhofallee und wurde 1824 von Pastor Jacob Göttsche konfirmiert. Er war es auch, der das Talent von Mohr erkannte und förderte, sodass er eine Lehre zum Dekorateur in Hamburg machen konnte.

 Der Künstler ging 1830 nach Dresden zur Kunstakademie, wechselte nach München und studierte in Kopenhagen. Die dänische Hauptstadt und Süddeutschland seien in der damaligen Zeit die Orte für die Künstler gewesen, so Ahlers. Bilder von Mohr hängen in vielen Museen.

 Mohr habe aber immer den Kontakt zu Bordesholm gehalten, wo er 1840 eine Tochter des Pastors Göttsche geheiratet hatte, betonte Dieter Danker, der zusammen mit Ingrid Haydt eine 56-seitige Dokumentation über ihn erstellt hat.

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Ein Artikel von
Frank Scheer
Holsteiner Zeitung

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