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Junge Wildtiere nicht anfassen

Landesjagdverband Junge Wildtiere nicht anfassen

Jäger Lars Jöns aus Techelsdorf zieht schon wieder zwei kleine Rehkitze auf. Das macht er jedes Jahr. Er warnt davor, beim Spaziergang im Wald den Nachwuchs von Wildtieren anzufassen. Auch Hunde sollten an der Leine bleiben. Auch der Landesjagdverband bittet um erhöhte Rücksicht.

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Hündin Dana schließt die Augen, wenn sie von den Rehkitzen von allen Seiten liebevoll bedrängt wird.

Quelle: Sorka Eixmann

Techelsdorf. Vorwitzig gucken sie um die Ecke der Terrasse, dann ein kurzer Pfiff – Im Galopp geht es auf staksigen Beinchen durch das eingezäunte Gehege. Die zwei kleinen Rehkitze, die seit mehr als vier Wochen in der Obhut von Lars Jöns aus Techelsdorf leben, sind schon sehr sicher und schnell unterwegs.

 Alle Jahre wieder: Das gilt auch bei Lars Jöns für die Kitzaufzucht per Hand. „Wenn die Jungtiere bei mir sind, ist die Ricke meistens tot“, weiß der Jäger aus Erfahrung. Dann gilt es in mühseliger Handarbeit, die Kitze im Zwei-Stunden-Rhythmus mit Ziegenmilch zu päppeln. „Etwas anderes vertragen sie nicht.“ Auch wenn das am Anfang wenig Schlaf für den Techelsdorfer bedeutet, wenn die Kitze putzmunter durch den Garten tollen, sind die kurzen Nächte schnell vergessen.

 Manchmal kommen Kitze nach Techelsdorf, wenn das Muttertier überfahren wurde. Manchmal kommen sie aber auch, weil Menschen aus falsch verstandener Tierliebe ein angeblich verwaistes Jungtier einfach anfassen oder Hunde während der Brut- und Setzzeit in Wiesen und Wäldern stöbern. „Auch dann nimmt eine Ricke das Kitz nicht mehr an, und es verhungert elend“, betont Jöns.

 Darauf weist auch der Landesjagdverband in Flintbek hin. „Die Natur gleicht derzeit einer großen Kinderstube. Viele Wildtiere bringen ihren Nachwuchs zur Welt, daher bitten wir alle Naturnutzer und Hundehalter um erhöhte Rücksichtnahme“, erklärt Pressesprecher Marcus Börner. „Leider kommt es immer öfter vor, dass Wildtierkinder berührt oder gar aus Mitleid mitgenommen werden. Haftet menschlicher Geruch am Nachwuchs verstoßen Ricke oder Häsin ihr Junges – und es muss verhungern.”

 Zum Schutz vor natürlichen Fressfeinden werden Rehkitz, Junghase und andere in den ersten Lebenswochen von ihren Müttern im hohen Gras oder am Waldrand abgelegt und nur zum Säugen aufgesucht. Die Jungen haben noch keinen Eigengeruch und sind dank ihrer Färbung gut getarnt. Bei Gefahr flüchten sie nicht, sondern ducken sich, und dieser angeborene Schutzreflex wird ihren zum Verhängnis, wenn Menschen sie mit bloßen Händen anfassen. Nur ein verletztes oder nachweislich verwaistes Tier ist hilfebedürftig. „Im Zweifelsfall sollten Tierfreunde einen ortsansässigen Jäger kontaktieren, der den Zustand des Jungtieres genau einschätzen kann“, erklärt Börner.

 Frei laufenden Hunden sind Wildtierkinder in der Brut- und Aufzuchtzeit schutzlos ausgeliefert. Selbst wenn der Hund auf Kommandos hört, reicht eine Sekunde Unaufmerksamkeit. Der Vierbeiner hat ein Rehkitz oder einen Junghasen entdeckt und packt diesen instinktiv. „Daher bitten wir alle Hundebesitzer in der Brut- und Setzzeit die Wege nicht zu verlassen und ihre Lieblinge an der Leine zu führen.“

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Ein Artikel von
Sorka Susann Eixmann
Holsteiner Zeitung

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