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Hundebesitzer: Warnung vor Staupe

Landesjagdverband Hundebesitzer: Warnung vor Staupe

Der Landesjagdverband (LJV) warnt Hundebesitzer vor der Staupe und mahnt zur Impfung der Tiere. Im Dänischen Wohld droht jetzt eine weitere Gefahr für Vierbeiner. Revieroberjäger Christopher von Dollen, Chef des Hegelehrreviers Grönwohld, erlöste vor wenigen Tagen einen entkräfteten räudigen Fuchs.

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Revieroberjäger Christopher von Dollen vom Landesjagdverband achtet beim Rundgang im Revier penibel darauf, dass sich seine Hunde nicht mit Staupe infizieren oder sich mit Räude-Milben anstecken.

Quelle: Cornelia Müller

Die Milbenerkrankung befällt alle Raubsäuger – auch Hunde

Schwedeneck.. Rundgang im Revier zwischen Noer und Krusendorf. Von Dollen hält seine beiden Jagdhunde heute an kurzer Leine. Einer ist noch Welpe. Lieber würde er natürlich herumtollen. Gegen die gefährliche Staupe sind seine Tiere geimpft. Aber die Milben, die die Räude auslösen, gehen vom Wirt schnell auf andere Tiere über. „In den frostfreien Bauten von Fuchs, Dachs und Marderhund überleben die Milben auch bei Frost. Wenn Hunde dort neugierig schnüffeln oder einen infizierten geschwächten Fuchs aufspüren, sind sie in akuter Gefahr.“ Zwar sterben Hunde nicht an dem Milbenbefall, leiden aber sehr und sind hochgradig ansteckend. Gegenmaßnahmen wie Milbenmittel sind nötig. Auch die Bereiche der Wohnung, wo sich der Hund oft aufhält, müssen behandelt werden. Räude-Symptome sind Jucken, Haarausfall, kahle Stellen im Fell. Vorbeugen können Hundehalter nur begrenzt durch penible Hygiene.

Noch gefährlicher für Hunde ist die Staupe, die den LJV besonders alarmiert. Von Dollen: „Die Virusinfektion wird sehr schnell lebensbedrohlich. Es ist extrem wichtig, dass Hundebesitzer ihre Tiere impfen lassen.“ Befällt Staupe auch das Nervensystem, stirbt das Tier meist an den Folgeschäden. Aber auch bei leichterem Verlauf und rechtzeitiger Gabe von Antibiotika leiden Vierbeiner sehr unter den zahlreichen Symptomen wie Erbrechen, Durchfall, Atemnot. „Alle Raubsäuger können sich anstecken“, betont der Revierchef. Infizierte Tiere scheiden das Virus mit den Körperflüssigkeiten aus. Aber auch dann bleibt der Erreger noch eine Weile aktiv. Die größte Ansteckungsgefahr geht von direktem Kontakt aus. Für Menschen ist Staupe ungefährlich.

Marderhund und Fuchs sind Hauptüberträger

Als Hauptüberträger dieser beiden Krankheiten haben die Jäger jetzt verschärft Fuchs und Marderhund im Visier. „Der bei uns nicht heimische Marderhund ist nachtaktiv und hält jetzt Winterruhe. Doch er vermehrt sich extrem schnell. Bis zu 14 Welpen pro Wurf sind keine Seltenheit. Auf Partnersuche legen die Tiere nachweislich sogar Entfernungen von Dänemark bis Dithmarschen zurück“, berichtet von Dollen. „Fuchs-Weibchen bringen es immerhin auch auf sechs Junge.“ Darüber hinaus ist der asiatische Marderhund, der bis zu sechs Kilogramm schwer und 60 Zentimeter lang wird, Feind der am Boden brütenden Vögel. Er hat es auf die Eier abgesehen, raubt auch direkt an der Küste ihre Nester aus und ist zur Bedrohung für die Artenvielfalt der heimischen Vogelwelt geworden. Natürliche Feinde hat er in Schleswig-Holstein so gut wie keine. „Wir Jäger versuchen, die Ausbreitung des Marderhunds zu verhindern. Die weiterhin sprunghafte Zunahme der Strecke von Jahr zu Jahr ist aber auch ein Zeichen dafür, dass sich diese Art rasant ausbreitet“, sagt er. „Das trifft inzwischen auch für unseren Bereich zu. Vor zwei bis drei Jahren zählte die Jägerschaft im Kreis Rendsburg-Eckernförde 15 bis 20 gestreckte Marderhunde. 2015 waren es schon 50.“

Zahlen zum Hegelehrrevier Gröhnwohld

Das Hegelehrrevier Grönwohld des LJV in Schwedeneck umfasst 530 Hektar. Leiter Christoper von Dollen ist Berater für alle Jäger im Land. Der Hegering Dänischer Wohld-Ost erstreckt sich von Altenholz über Gettorf bis Altenhof.

130 Jäger gehören ihm an. Über Räude und Staupe sind sie meist im Bilde. „Laien schätzen ein erkranktes Tier oft falsch ein“, warnt von Dollen. „Wirkt es zahm oder apathisch, sollte man den Jäger oder im Zweifel die Polizei informieren. Hunde sollten geimpft werden. So kann jeder dazu beitragen, die Ausbreitung der Krankheiten einzudämmen.“

Die Ausbreitungdes Marderhunds, der Krankheiten weiterträgt, entwickelt sich seit 2005 landesweit dramatisch. Von 25 bis 30 Tieren, die zur Strecke gebracht wurden, stieg die Zahl 2015 auf 3347. Gegenüber 2014 ist das eine Zunahme um 1300.

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Cornelia Müller
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