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Gnutz will kein Mekka für Windkraft sein

Landesplanung Gnutz will kein Mekka für Windkraft sein

Beim Blick auf die großen Eignungsgebiete für Windenergie, die auf der aktuellsten Karte der Landesplanung rund um die Gemeinde Gnutz eingezeichnet sind, könnte einem schwindelig werden. Auf der Einwohnerversammlung zum Thema blieb der Ton jedoch sachlich.

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Bürgermeister Markus Mehrens zeigt auf der Karte, dass Gnutz von Windeignungsflächen großflächig umzingelt ist.

Quelle: bk

Gnutz. Klar wurde: Zum Mekka der Windräder im Land will die Gemeinde freiwillig nicht werden. „Wir wollen eine Umzingelung der Gemeinde mit Windkraftanlagen verhindern“, betonte Bürgermeister Markus Mehrens. Östlich der Gemeinde haben bereits zwei Investoren Pläne für acht Windkrafträder mit einer Gesamthöhe von 200 Metern an der Gemeinde vorbei geplant. Beteiligt wird Gnutz bislang lediglich in einer Stellungnahme zur Umweltverträglichkeitsstudie. Dort listeten die Gemeindevertreter zwei Biotope, die MSC-Bahn, Waldflächen und die Biogas-Anlage in Nachbarschaft der geplanten Windräder als einschränkende Kriterien für einen Bau auf. „Sie können vermutlich in der Bauleitplanung noch Einfluss auf die Höhe der Anlagen nehmen“, erläuterte Uwe Schulz vom Amt Nortorfer Land das vom Land stark eingeschränkte Mitspracherecht der Gemeinde bei der Planung. Ein Bürgerentscheid wie vor fünf Jahren reiche für einen Planungsstopp nicht aus. Artenschutz sei jedoch ein hartes Kriterium für die Landesplanung. Den Hinweis von Anwohnern, sie hätten ein Kranichpaar gesichtet, nutzte Mehrens für einen Appell: Alles, was in der Natur und Landschaft als bemerkenswert auffalle, sollten ihm Bürger mitteilen. „Mit den Jägern habe ich schon gesprochen.“

Investoren für die Flächen im Westen von Gnutz meldeten sich nicht zu Wort. Dort gibt es aus Mehrens’ Sicht mehrere Einschränkungen für Windkraft-Planung: Die neue Hochspannungsleitung quer durchs Land, eine viel genutzte Flugschneise, die schützenswerte Fuhlenau.

Bei der Nachfrage aus dem Plenum, ob es in der Gemeindevertretung zu Interessenkonflikten kommen könne, „war Unruhe erkennbar“, bemerkte Anwohner Klaus-Peter von Stoessel. Vor fünf Jahren, als Baupläne für Windkraft massiven Streit zwischen Befürwortern und Gegnern auslösten, hatte er die Auseinandersetzungen moderiert. „Jetzt wurde anscheinend alles fehlerfrei dargestellt,“ meinte von Stoessel, der sich mit Kartenmaterial der Landesplanung gewappnet hatte.

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