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Duft nach gemähtem Gras

Nortorf Duft nach gemähtem Gras

Fix in die Sommersachen geschlüpft und ab nach draußen, die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut – so lässt es sich gut gehen. Ein angenehmer Geruch von frisch gemähtem Gras liegt in der Luft. Die sommerlichen Temperaturen locken derzeit nicht nur Sonnenanbeter unter den freien Himmel. Für viele Landwirte war das schöne Wetter der vergangenen Tage eine gute Gelegenheit für den ersten Grasschnitt.

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Das Gras wird in vielen Lagen übereinander geschichtet, damit es später besser verdichtet werden kann.

Quelle: Veronika Sawicki

Nortorf. In Schleswig-Holstein gibt es Dauergrünlandflächen von rund 310000 Hektar. Das Gras kann aber nicht ewig wuchern, also müssen die Bauern ran: „Normalerweise hätte ich schon vor einer Woche gestartet, aber das ging wegen der Witterung nicht“, sagt Uwe Muxfeldt aus Nortorf, während er sich unter der hoch stehenden Sonne die Schweißperlen abwischt. 60 Hektar Grünland nennt der Landwirt sein Eigen. Zehn Stunden benötigt er dafür, wenn zehn Mann mit anpacken.

 Mit Maschinen von einem Lohnunternehmer geht es ans Eingemachte: Ein Feldhächsler zerkleinert das frisch gemähte Gras direkt auf dem Feld. Dabei juckt es schon fast in der Nase. Der Geruch ist intensiv – als Stadtmensch ist man das gar nicht gewohnt. Ein Transportwagen befördert das Gras dann direkt zum Hof. Dort wird es geschichtet und mit einem Radlader verdichtet. Danach kommt es unter eine Plane, damit es luftdicht abgeschlossen silieren kann. Dadurch wird das Gras haltbar. „Das kann man sich vorstellen wie das Einwecken in einem Glas“, erläutert Muxfeldt den Prozess. Bei ihm dient die Silage – das fertige Produkt – ausschließlich als Futtermittel für seine Kühe.

 Jan-Peter Hartmann, Baumaschinenführer und Nebenerwerbslandwirt, nutzt ebenfalls das Wochenende für seine Grasernte. Mit einem eigenen Kurzschnittladewagen erledigt er auf dem Feld alles in einem Rutsch: „Ich bin alleine. So muss ich nicht mit zwei Geräten los.“ Er hat eine Grünlandfläche von 18 Hektar zu stemmen, für zwölf davon benötigt er zehn Stunden. Für einen Mann sei das zwar viel Arbeit, aber der Langwedeler wirkt tiefenentspannt.

 Einen besseren Zeitpunkt hätte Hartmann dabei nicht wählen können, betont er stolz: „Mit dem Ertrag bin ich zufrieden. Die Qualität ist auch gut. Das Gras riecht fast wie Heu.“ Wichtig für den Reifeprozess unter der Plane sei die Trockenmasse. Diese sollte einen Wert von 32 Prozent aufweisen. Das Gras darf also nicht zu trocken, aber auch nicht zu feucht sein, sonst lässt es sich nicht gut konservieren.

 Bei einem Landwirt aus Brammer geht es hingegen nicht ganz so seelenruhig zu: Mitten auf dem Feld setzt die Maschine aus. Sie gibt keinen Laut mehr von sich. Nichts geht mehr. Sein Fluchen ist das einzige Geräusch, das neben dem Vogelgezwitscher mitten im Nirgendwo zu vernehmen ist.

 Auf dem Hof geht hingegen alles wie geschmiert von der Hand. Ulf Nobis, Jannik Krey und Marten Rohwer sind zufrieden: „Alles bestens. Eine Grasernte wie man sie gewohnt ist. Komplikationen gehören aber manchmal dazu“, sind sich alle drei einig.

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Veronika Sawicki

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