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Streichen in alter Technik

Lehrlingsbaustelle im Museum Streichen in alter Technik

Hier regiert Pinsel statt Rolle. Auf der Lehrlingsbaustelle des Maler- und Lackiererhandwerks im Molfseer Freilichtmuseum üben sich Auszubildende in traditionellen Handwerkstechniken. Sie renovieren den Nachbau der historischen Meierei.

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Die detailreiche Holztür im ehemaligen Wohnbereich der alten Meierei ist eine Herausforderung für die Lehrlinge: Vivien Band (von links), Julia Johnsen und Tim Scholz geben ihr Bestes bei der filigranen Pinselarbeit.

Quelle: Nora Saric

Molfsee. Für die Lehrlinge heißt es hier eine Woche lang, raus aus dem Alltag und begleitend zur Ausbildung im Betrieb hinein in ein noch nicht erlebtes Arbeitsumfeld. „So eine Baustelle bietet immer etwas Besonderes“, sagt Hinnerk Holtorf. Der Farb-Fachberater für die Industrie im Ruhestand betreut die Lehrlinge als stellvertretender Bauleiter und Ausbildungstrainer. Aus Freude am Handwerk und Spaß an der Zusammenarbeit mit dem Nachwuchs, wie er sagt. Holtdorf zeigt auf die alten Holztüren. In diesem Umfeld ist erwünscht, dass der Pinselstrich zu sehen ist. „Wir haben es hier mit historischem Material zu tun. Das sollen die Lehrlinge auch mal kennen lernen. Hier wird nicht mit der Rolle gearbeitet, sondern althergebracht mit dem Pinsel.“

 Für die Auszubildenden, alle im zweiten Lehrjahr, eine willkommene Abwechslung: Zwei Wände haben neue Farbe in Blautönen bekommen, die kompliziert verschachtelte Eingangstür der Meierei bekommt frischen Lack in weiß, blau und grün. Außerdem warten zehn innenliegende Türen auf einen neuen Anstrich sowie ein Fensterrahmen mit Flügeln, die Heizungsrohre sowie Sockelabschluss- und Fußleisten. Die 18-jährige Julia Johnsen aus Lensahn bemüht sich an der Eingangstür um eine ruhige Hand. „Wir sind in unserem Betrieb eher auf Großbaustellen, dann ist das hier mal etwas ganz anderes“, sagt sie. In der Meierei würde sie lernen, sich Zeit für die Details zu nehmen. „Teilweise mussten wir die Türen noch mal lackieren, weil der Lack nicht gedeckt hatte“, erzählt Vivien Band (17) aus Oldenburg in Holstein. Also fing die Arbeit wieder von vorn an.

 Die Arbeiten in der Meierei, eines von über 60 historischen Gebäuden im Freilichtmuseum, würden anlässlich eines neuen Ausstellungskonzepts vorgenommen, erzählt Elke Knaus, Teamleiterin des Museumsbauhofs. Es gab ohnehin Sanierungsbedarf durch einen Wasserschaden in dem Anfang der 1970er Jahre errichteten Nachbau der ersten, 1874 erbauten Genossenschaftsmeierei in Voldewraa. Lehrlingsprojekte wie dieses werden hier häufig angeboten, zuletzt für die Maurer des Ausbildungszentrums der Bau-Innung Kiel. Das neue Ausstellungskonzept, so Knaus, beinhaltet, dass die Funktions- und Arbeitsräume der Meierei wie gewohnt besichtigt werden können. Neu ist allerdings, dass in den von den Lehrlingen verschönerten Wohnräumen des Meieristen eine Ausstellung über Milch und Milchverarbeitung aufgebaut wird.

 Am Freitag haben die Lehrlinge ihre Arbeit beendet. Im besten Fall haben die Fünf neue oder wie im Museum althergebrachte Arbeitstechniken entdeckt, so Holtorf.

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