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Bohren statt Baggern für Rohre

Schwedeneck Bohren statt Baggern für Rohre

Sechs Kilometer blaue Rohre an der B503: Hier kommt die Druckleitung, die frisches Trinkwasser aus Krusendorf nach Strande und Dänischenhagen bringt. Die Gemeinden schließen sich dem Wasserbeschaffungsverband Dänischer Wohld an.

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Uwe Zagermann (rechts) und Manfred Gades positionieren das Rohr, bevor das Gegenstück exakt angefügt wird.

Quelle: Cornelia Müller

Schwedeneck. Stop! Auf der Bundesstraße bei der Abfahrt Surendorf steht eine Verkehrsampel. Der Radweg ist auf diesem Abschnitt auch gesperrt. Das ist die Wanderbaustelle, die sich in den nächsten Monaten bis nach Dänischenhagen bewegen und zu kleineren Verkehrsbehinderungen führen wird. „Wir lassen jetzt parallel zur B503 die Hauptleitung für die neue Trinkwasserversorgung von Dänischenhagen und Strande legen“, klärt Jürgen-Hermann Börnhöft, Chef des Wasserbeschaffungsverbands (WBV), auf. „Es folgt noch eine weitere Leitung von Dänischenhagen nach Strande, ein Anschlussstück von Altbülk nach Strande sowie eines von Postkamp nach Dänischenhagen. So entsteht ein Ring, damit die Versorgung auch im Schadensfall immer sichergestellt ist.“ Kosten allein für die Leitungen und Bauarbeiten, die bis Oktober „in groben Zügen“ abgeschlossen sein sollen: 1,6 Millionen Euro.

Der WBV ist Betreiber des Wasserwerks in Krusendorf in der Gemeinde Schwedeneck. Hinter ihm stehen mit dem Beitritt von Strande und Dänischenhagen, die 40 Jahre durch die Stadtwerke Kiel versorgt wurden, jetzt fast alle Gemeinden des Dänischen Wohldes. Nur Schinkel ist nicht dabei. Diese Gemeinde hat eine eigene Wasserversorgung. Das gilt auch für den Dänischenhagener Ortsteil Kaltenhof. Insgesamt 26000 Endverbraucher zapfen künftig das frische, reine Nass, das aus 120 bis 160 Metern Tiefe unter den Hügeln bei Krusendorf gefördert wird, aus dem Hahn. Um die beiden letzten „Fremdversorgten“ ins Boot zu holen, legt der WBV wesentlich mehr als die Investition in die Druckleitung auf den Tisch. Rund sechs Millionen Euro dürften es sein. Darunter ist eine nicht bezifferte Ablösesumme an die Stadtwerke. Von denen wurden bestehende Leitungen übernommen.

Bei Surendorf in Schwedeneck haben die Arbeiten gerade begonnen. „Wir schweißen die je zwölf Meter langen Einzelteile mit 28 Zentimetern Außendurchmesser Stück für Stück zu 204 Meter langen Abschnitten zusammen“, erläutert Uwe Zagermann von der Damendorfer Tiefbaufirma Paasch. Mit dem Bagger hebt der Schweißer jedes Rohr sanft an, schiebt es behutsam in das vor Sonne und Regen schützende Zelt ein. Manfred Gades und Rafal Izdebski hobeln die Enden beider Teilstücke maschinell passgenau glatt. Bei 220 Grad Hitze und 50 Bar Druck werden sie exakt 3,5 Minuten lang angeschmolzen, dann fest zusammengefügt. Nach genau 21 Minuten Aushärtezeit kommt das nächste Ende dran.

Verlegt wird nicht etwa in einem Graben. Ab nächste Woche schiebt sich ein Bohrgestänge horizontal je 200 Meter in der Erde vor, bevor das Riesenrohr in diesen Tunnel einzogen wird. Zagermann: „Vorab hat unser Schachtmeister geprüft, wo Kabel und andere Leitungen liegen. Das neue Wasserrohr wird 1,50 Meter tief und rund drei Meter neben der Fahrbahn verlegt. Aufgegraben wird nur alle 200 Meter. Dort muss einseitig die Fahrbahn gesperrt werden. Und wenn wir Pech haben, liegen auch noch ein paar Felsbrocken der Eiszeit im Weg. Die holen wir dann mit dem Bagger raus.“

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