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Zwischen Blues und Boogie entfesselt

Letztes Konzert Zwischen Blues und Boogie entfesselt

Das Kulturforum in Molfsee ist Geschichte. Mit einer fulminanten Blues und Boogie Night verabschiedete sich am Sonntag der Verein, der über 18 Jahre für kulturelle Veranstaltungen in der Räucherkate sorgte. Marc Breitfelder, Georg Schroeter und Tim Engel lösten Stürme der Begeisterung aus.

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Georg Schroeter (Klavier), Tim Engel (Schlagzeug) und Marc Breitfelder (Mundharmonika) sorgten für ein Ende mit Power in der bis auf den letzten Platz gefüllten Räucherkate.

Quelle: Sven Janssen

Molfsee. So vielfältig, wie die Musik von Marc Breitfelder und Georg Schroeter, war auch die Stimmung von Kulturforum-Chefin Christine Bornhöft. „Ich bin traurig und fröhlich zugleich“, sagte sie bei der Ankündigung der Band. Traurig, weil es das Kulturforum nicht mehr gebe und froh, dass mit dem Kommunalverein ein neuer Träger gefunden ist, der künftig die Veranstaltungen organisieren wird.

In einer ausverkauften Räucherkate mit fast 150 Zuhörern legten die Kieler Schroeter und Breitfelder gemeinsam mit Tim Engel am Schlagzeug los und ließen vom ersten Takt an die Gedanken an Vergangenes und die Zukunft zwischen Blues und Boogie verfliegen.

Schroeter wurde nicht nur seiner Auszeichnung als bester deutscher Blues-Pianist gerecht, sondern lieferte mit seinem scheinbar mühelosen Spiel und passender Stimme Breitfelder immer wieder die Vorlagen für das gefühlvolle Spiel auf der Mundharmonika. Mit "Talk to me" intonierten die zwei ein Zwiegespräch zwischen Mann und Frau, das im Publikum wahre Begeisterungsstürme auslöste. Breitfelder, der eine ganz eigene Spieltechnik entwickelt hat, die unglaubliche Töne aus dem Mississippi Saxophon herausholt, hat mit seinem Instrumental-Solo "Station to Station" schon die alte Dampflok pfeifend und schnaubend mit viel Druck auf dem Kessel quer durch New Orleans fahren lassen.

Tim Engel lieferte vor der Pause eine solide Leistung am Schlagzeug. Schnörkellos geradeaus sorgte er für einen eher zurückhaltend rhythmischen Klangteppich im melancholisch heiteren Musikmix. Aber er konnte auch anders und bewies in einem fast zehnminütigen furiosen Schlagzeug-Solo kurz vor Schluss, was wirklich in ihm steckt, wenn er losgelassen wird.

Ein musikalisches Feuerwerk legte das Trio zum Abschluss hin. Bleibt die Frage, wie es weitergeht. „Statt 12 werden die Veranstaltungen künftig 15 Euro kosten“, sagte Kommunalvereinsvorsitzender Jürgen Barth, sonst ändere sich nichts. An der Qualität der Künstler wolle man nicht schrauben. Ein Ausschuss des Vereins, dem neben den Christine Bornhöft, Sabine Stypmann und Gerd Finke vom ehemaligen Kulturforum wohl auch Kathrin Kahlen und Gabi Will angehören werden, soll sich um die Planung von vier Veranstaltungen pro Jahr kümmern. Start der neuen Saison ist voraussichtlich im Februar.

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