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„Linda“ füllte die Papiertüten

Kartoffelsammeln „Linda“ füllte die Papiertüten

Eifrig gruben Hanno (4) und Henri (2) auf einer Koppel in Emkendorf ihre Hände in den trockenen Boden auf der Suche nach „Linda“. Ganz viele Lindas landeten in der Papiertüte, die Kerstin und Olaf Dröse, die Eltern der Brüder, bereithielten. 2,5 Kilo dieser Kartoffelsorte hatte die Familie beim zweiten nostalgischen Kartoffelsammeln der Oldtimerfreunde Bokel eingetütet.

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Günther Döring von den Oldtimerfreunden Bokel steuerte seinen Fendt GT25 aus dem Jahr 1961 über das Feld und holte mit dem Roder von 1932 die Kartoffeln an die Oberfläche, die sogleich von den Besuchern eingesammelt wurden.

Quelle: Nora Saric

Emkendorf.  Viele andere Besucher, die sich auf dem Hof von Gastgeber Alfred Naudszus tummelten, taten es den Dröses aus Bokel gleich und stopften ihre Tüten, die sie für 1 Euro am Eingang zum Kartoffelfest gekauft hatten, voll mit den erdigen Knollen. Diese durften die Sammler dann mit nach Hause nehmen.

 „Wir freuen uns immer, wenn so etwas in der Nähe stattfindet. Da müssen wir dann hin“, sagte Kerstin Dröse. Sie und ihr Mann kannten das Fest vorher noch nicht und waren positiv überrascht. Mit einer Tüte voller Lindas verließen sie das Feld. „Jetzt können wir ganz viele Bratkartoffeln machen“, so Vater Olaf, und die Jungs jubelten.

 Laut knatternd fuhren die Vereinsmitglieder in regelmäßigen Abständen über die Koppel, führten ihre historischen Geräte vor und holten dabei gleichzeitig die Kartoffeln ans Licht. Die Gäste stapften sogleich hinterher und sammelten die Kartoffeln ein, während Vereinsmitglied Henning Ratjen Besonderheiten der Gerätschaften übers Mikrofon erklärte. Drei Trecker mit jeweils einem Roder – zwei davon wurden früher eigentlich von Pferden gezogen – waren im Einsatz: ein alter Lanz-Bulldog von 1940 mit einem bereits weiterentwickelten Schleuderroder, ein Ok Schlepper mit einem Schleuderroder von 1933 und ein Fendt GT 25, Baujahr 1961, mit einem Schleuderroder mit Forken von 1932.

 75 Tonnen Kartoffeln verbargen sich laut Naudszus in dem 2,5 Hektar großen Acker. „Die Leute werden es heute nicht schaffen, die ganze Koppel wegzutragen“, vermutete er. Früher habe er auf seinem Betrieb 25 Hektar Kartoffeln angebaut, dies aber mittlerweile eingestellt. „Auf dieser Koppel bauen wir noch Linda an, die bringt immer einheitliche Qualität und schmeckt wunderbar.“ Zufrieden zeigte sich Willi Quandt, Vorsitzender der Oldtimerfreunde: „Wir machen das hier gemeinsam mit großer Freude.“ Bereits die Inkas hätten die Kartoffel angebaut, wusste er zu erzählen. Die Spanier hätten sie dort entdeckt und nach Europa gebracht.

 Wer Kartoffeln sammelte, der bekam Hunger. Und Stärkung gab es genug – natürlich aus den Knollen: Kartoffelpuffer, -suppe und -kuchen.

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