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Dieser Markt steckt voller Geschichten

Lindenmarkt in Bordesholm Dieser Markt steckt voller Geschichten

Das Besondere am Lindenmarkt in Bordesholm? Die 31 Kunsthandwerker und Künstler haben zu jedem ihrer handgemachten Stücke eine Story, die man ihnen gerne abkauft. Dramatisch, poetisch, aus dem Landleben oder direkt aus dem Herzen.

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 Üppig: Geht es um Filz, sind Inken Jensen-Klose und Miriam Klose vom Fach.

Quelle: Beate König

Bordesholm. Christine Hankel organisiserte den 28. Markt mit dem Kultur- und Verschönerungsverein zwischen Linde und Klosterstift und im Gemeindehaus. Fünf neue Aussteller bereichern den Angebotsmix aus Schmiedekunst, Keramik, Kräutern, Schmuck, Textilem und Kulinarischem. 

„Einmal war es so windig, das wir die Zelte festhalten mussten,“ erzählt Aussteller Rolf Sturm und greift in Erinnerung nochmals so heftig an das Gestänge unter der Plane, das die Haare nach hinten fallen. Die Kunstwerke auf der Etagere neben ihm sind vergessen, die Geschichte wird lebendig. Der 78-Jährige gehört zum Urgestein des Lindenmarktes. Christine Hankel holte den Berliner vor 27 Jahren nach Bordesholm, wo er seither seine sardischen Engel und andere dreidimensionlen Kleinode jedes Jahr zeigt. Für Stammkunden wie Christian Pohlen sind Sturms zarte Werke ein Geheimtipp. „Ich bin Kunstsammler. Ich hab schon 200 Stücke von Sturm“, erzählt der Bordesholmer und zeigt die Kiste voller Neuerwerbungen mit Stolz. Zarte Engel aus Holz mit Flügeln aus Ahornsamen, und Dübel, die mit Farbe und Accessoires in winzige Frauenskulpturen verwandelt wurden. „Diese schlichte Ästhetik ist Kunst,“ sagt der 54-Jährige. Und: „In Berlin sind die Preise für die Kunstwerke ganz anders.“

„Hier geht es nicht nur ums Verkaufen, hier geht es um Menschlichkeit“, benennt Karlheinz Döring das Geheimnis, das dem Markt zwischen der Linde und dem Klosterstift jedes Jahr über rund 2500 Gäste beschert. Der Schalverkäufer hat kurzfristig die Seiten gewechselt und am Stand von Inken Jensen-Klose eingekauft. Am Lächeln einer Nixe aus Filz kam der 60-Jährige nicht vorbei. „Die kann man auch als Nackenstütze gebrauchen.“

Das Besondere am Lindenmarkt in Bordesholm? Die 31 Kunsthandwerker und Künstler haben zu jedem ihrer handgemachten Stücke eine Story, die man ihnen gerne abkauft. Dramatisch, poetisch, aus dem Landleben oder direkt aus dem Herzen.

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An der Moritatenräucherei von Thomas Jaspert und Steffi Wulf gibt es zum jedem frisch geräucherten Fisch noch auf Wunsch ein Kunstwerk und eine Geschichte dazu. „Das Räuchern dauert so lange, da haben wir Zeit, zu singen,“ zeigt Jaspert auf den sanft qualmenden Ofen. Moritatensänger hatten früher die Funktion von Zeitungen, sagt der Künstler aus Bokel. „Sie zogen von Dorf zu Dorf und erzählten die Neuigkeiten.“

Unter der Linde brennt bis Montag ein Schmiedefeuer, im Zelt der Bücherei wird vorgelesen, der Jugendtreff hat sein Aktionsmobil dabei. Nils Claussen vom Kultur- und Verschönerungsverein bietet Führungen durch den Gewölbekeller der Klosterkirche an, die Heimatsammlung ist geöffnet.

Der Lindenmarkt ist am Sonnabend bis 20 Uhr geöffnet, Pfingstsonntag von 10 bis 20 Uhr und Pfingstmontag von 10 bis 18 Uhr.

www.lindenmarkt-bordesholm.de

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