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Lindenmarkt trotzt dem Wetter

Bordesholm Lindenmarkt trotzt dem Wetter

Hagel. Regen. Sturm. Aber keiner der 32 Aussteller beim Lindenmarkt kneift und packt. Sie stehen zu Organisatorin Christine Hankel.

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Die 69-jährige Christien Hankel wurde zum Auftakt der 29. Marktes mit dem Kulturpreis des Kultur- und Verschönerunsgvereins ausgezeichnet.

Quelle: Beate König

Bordesholm. Die 69-Jährige wurde zum Auftakt der 29. Marktes mit dem Kulturpreis des Kultur- und Verschönerunsgvereins ausgezeichnet. Der Lindenmarkt ist noch bis Pfingstmontag um 18 Uhr geöffnet.

Kunst, Musik und Kunstgewerbe, nichts von der Stange, stattdessen viel Kreatives: Die Lebensphilosophie seiner Erfinderin prägt die Wahl der Aussteller. Hand gearbeitete Unikate aus Holz, Ton, Glas, Filz, Seide und Chiffon von Künstlern, die teils hunderte Kilometer anreisen, dazu ein gewähltes Bühnenprogramm mit Musik und Theater - darauf legt Christine Hankel Wert, seit der erste Markt vor 31 Jahren in ihrem Privatgarten startete.

Stetig wuchs seitdem die Zahl der Aussteller, mit ihnen dehnte sich die Marktfläche vom Klosterstift bis zur Linde immer weiter aus. Christine Hankel schaffte es, unter dem Namen Himmelbett kostenlose Privatunterkünfte für weit angereiste Aussteller zu organisieren. Der Markt profitierte von der überregionalen Vielfalt.

Jetzt soll einiges anders werden, kündigte die 69-Jährige an. Sie will die Last der Orga-Arbeit auf die Schultern eines Teams verteilen, sich etwas zurückziehen. Der Verschönerungsverein bleibe weiter Sponsor des Lindenmarktes, versichert dessen Vorsitzender Reinhard Koglin. Den Verein dichter an die Markt-Orga andocken, sei jedoch nicht geplant. „Der Lindenmarkt ist eigenständig.“

Hier finden Sie Fotos vom Lindenmarkt in Bordesholm im Mai 2016

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Die Zelt-Situation müsse sich für die Standbetreiber verbessern, sieht Christine Hankel als drängende Zukunftsaufgabe, nachdem am Starttag Windböen die Planenpavillons umrissen. „Jeder größere Markt hat inzwischen ein großes Zelt, so kann es hier nicht weitergehen.“ Sie wünscht sich zudem mehr Unterstützung von der Gemeinde. Kritik, dass zwei Euro Eintritt genommen werden und dass der Markt nicht kostendeckend funktioniere, weil die Besucher nur flanieren, aber nicht kaufen, macht sie sauer.

Ob der Markt ohne sie als Motor, ohne das Herzblut der Ehrenamtlichen funktionieren kann, ist offen.  „Die Leute an den Ständen hier sind ihre Familie,“ sagt Künstler Rolf Sturm aus Berlin. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemand gibt, der es genau so macht, wie Christine.“ Er ist mit 27 von 29 möglichen Teilnahmejahren eins der Urgesteine des Lindenmarktes, hat Stammkunden in der Region, profitierte von der Aktion Himmelbett. Sturm ist da, weil er Christine Hankels Engagement schätzt.  „Es gibt Märkte, die sind finanziell viel besser.“  Auch bei Keramikerin Silwia Barke-Demba aus Parchim ist die positive Bindung zur Organisatorin ausschlaggebend für die Teilnahme am Markt. „Sie kümmert sich um jeden von uns. Ist da.“ Barke-Demba weiß: 2017 wird sie nicht dabei sein. Man überlege sich schon, wenn man drei Jahre nacheinander nicht auf seine Kosten kommt, auszusteigen. „Es gibt auch bei uns in der Region Märkte.“

„Christine Hankel ist die Seele des Marktes“, sagt Thomas Jaspert, Künstler, Bänkelsänger und Fischräucherer. „Es wird sehr, sehr, sehr schwer, wenn sie es nicht mehr weitermacht. Der Markt ist ihr Kind.“

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