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Busse sollen Bahn beleben

Bredenbek / Felde Busse sollen Bahn beleben

Ausgesetzt wie in der Walachei: So können sich Fahrgäste am neuen Bahnhaltepunkt in Bredenbek vorkommen. Der Zug hält fern am Ortsrand – von einer Buslinie ist weit und breit nichts zu sehen. Im Regionalentwicklungsausschuss des Kreises Rendsburg-Eckernförde präsentierte die Deutsche Bahn ihre Überlegungen, wie die Busanbindung bei den neu eröffneten Haltepunkten auf der Strecke Kiel-Rendsburg verbessert werden könnte.

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Der neue Bredenbeker Bahnhaltepunkt liegt am Ortsrand: Noch gibt es für Ein- und Aussteiger keine Linienbusanbindung.

Quelle: Torsten Müller

Bredenbek/Felde. Für die Bahn ist es wichtig, die Nutzerfrequenz zu erhöhen. Bisher erreichen die Ein- und Aussteigerzahlen an den Haltestellen außerhalb des Kieler Umlandes noch nicht die gewünschte Höhe von 120 bis 140 pro Tag. Bei der Optimierung galt es, Rahmenbedingungen zu beachten: Der Einsatz eines zusätzlichen separaten Shuttle-Busses war tabu, Nachteile für den Schülerverkehr durften nicht entstehen, und die Kosten mussten überschaubar bleiben. Die wichtigste Buslinie in dem Bereich ist die 4630 der Autokraft. Bei der gewünschten Anbindung der Bredenbeker Bahnstation kommen die Gutachter zum Ergebnis, dass dies „nur schwer ermöglicht werden“ könne beziehungsweise dass dadurch die Buserschließung in der Gemeinde verschlechtert werde. Bediene die 4630 den Bahnhof, was einen Umweg von zehn Minuten bedeute, müssten aufgrund der Linienführung zwei andere Haltestellen entfallen: Siedlung und Kieler Straße. Dies lasse sich nur durch eine zeitintensive zweite Schleife durch den Ort vermeiden.

Als Problem sehen die Gutachter auch den Rolfshörner Weg an: Dort gelte Tempo 30, die geringe Straßenbreite lasse keinen Begegnungsverkehr zu. Die Alternative, den Bus von der Autobahnanschlussstelle durchs Gewerbegebiet lediglich bis zum Bahnhof fahren zu lassen, schließen die Gutachter aus, da es dort keine Wendemöglichkeit gebe. Christian Jöhnk vom Amt Achterwehr teilt die starken Bedenken nicht. Die Umleitung der 4630 zum Schienenanschluss macht nach Berechnungen des Amtes einen Umweg von nur fünf Minuten aus. Nach Einschätzungen Jöhnks könnten attraktive Ersatzhaltestellen in den Bereichen Rolfshörner Weg/Wasserwerk sowie Katzheide/Lindenweg eingerichtet werden. Im Kreisausschuss wurde offenbar auch die Möglichkeit einer Zweiteilung der 4630 erörtert: Die Fahrten aus Kiel und Rendsburg würden jeweils am Bredenbeker Bahnhof enden. Das Problem der mangelnden Wendemöglichkeit müsste gelöst werden. Bürgermeister Bartelt Brouer (SPD) sieht große Vorteile in der Verknüpfung von Bahn- und Busangebot. Nachteil sei allerdings der Wegfall gut besuchter Haltestellen. Den weiteren Weg hält er aber für zumutbar. Erste Verbesserungen im Schülerverkehr stellen sich zum Schulbeginn Ende August ein: Dann bindet die Linie 3123/3124 von Schacht-Audorf an die Bahnstation an und ermöglicht die Weiterfahrt Richtung Kiel.

Für den Haltepunkt Felde-Brandsbek empfehlen die Gutachter eine Überprüfung der Fahrtzeiten der Linie 620, die auch Westensee besser an die Bahn anbinden könnte. Dies soll bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember geschehen. Für Achterwehr halten die Gutachter größere Veränderungen bestehender Fahrten aufgrund geringer Kundenpotenziale und bereits bestehender Verknüpfungen nicht für erforderlich. Die Stationen Melsdorf und Kiel-Russee liegen im Bereich des Kieler Stadtverkehrs. Die vollständige Überplanung des Linienverkehrs im Korridor Kiel-Rendsburg ist unter Beteiligung der Kommunen zum Fahrplanwechsel 2016 geplant.TM

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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