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Aufgebockt zur Großinspektion

Transall in Hohn Aufgebockt zur Großinspektion

Nahezu skelettiert steht die Transall aufgebockt in der Werfthalle am Nato-Flugplatz Hohn. Räder, Flügelklappen, Seitenleitwerk sind abmontiert, die Nase ist hochgeklappt. Metallgerüste umstellen das Flugzeug. In diesem Jahr ist es die erste Großinspektion einer Transall beim Lufttransportgeschwader 63.

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Nase hoch: Die Transall ist aufgebockt und von Arbeitsgerüsten umstellt.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Hohn. „Das ist das Größte, was wir können“, sagt Bernd Kluge. Der Offizier ist Kommandeur der Technischen Gruppe beim Lufttransportgeschwader (LTG) 63 in Hohn. Stolz schwingt in seiner Stimme mit, wenn er auf der Brüstung an der Stirnseite der Halle steht und überblickt, was seine Leute leisten. „4600 Mannstunden“ braucht solch eine Großinspektion. Kluge übersetzt das: 40 bis 50 Tage braucht es. Mal arbeiten zwei Techniker, mal 20 an der Maschine.

Die Transall mit der Kennung 50-41 ist eine von 17 Transportflugzeugen, die derzeit in Hohn sind. Insgesamt hat die Bundeswehr noch 45 dieser Maschinen im Einsatz. Hohn ist für den Restflugbetrieb der technisch veralteten Transall zuständig. Für das LTG bedeutet das eine Bestandsgarantie derzeit bis zum Jahr 2021. Und Arbeit in der Werfthalle.

Die zerlegte Transall 50-41 ist ein Ausbildungsflugzeug, das seine Bahnen über Norddeutschland zog, sagt Bernd Kluge, der Kommandeur der Technischen Gruppe. „Wir hatten sie im Tagesflugbetrieb eingesetzt.“ Jetzt sind drei Jahre um. Zeit für die Großinspektion an dem Flieger, Baujahr 1970. Seit Anfang Januar steht die Maschine in der Halle. Im März soll sie wieder fliegen. Die Techniker sind zurzeit mit dem Zusammenbau beschäftigt.

In der Halle liegt ein leichter Geruch von Maschinenöl in der Luft, gedämpftes Schlagen von Metall auf Metall und Schleifen ist zu hören. Neben dem Flugzeug stehen aufgebockt große Konstruktionspläne und lange Tabellen für den Arbeitsablauf. Bei der Inspektion sind Sattler, Maler, Elektroniker und Spezialisten für Hydraulik und Triebwerke im Einsatz. Routiniert erledigen sie ihre Arbeit, keine Hektik, kein Fluchen.

Wenn von einst 120 Transall derzeit noch 45 fliegen, so hat das Folgen. „Ersatzteile sind nicht mehr unendlich vorhanden“, sagt Bernd Kluge. Seine Gruppe muss vorhersehen, was sie bei einer Inspektion braucht und die Teile beizeiten aus Bundeswehr-Depots und bei der Industrie bestellen. Und wenn ein Ventil, eine Dichtung, ein Schlauch oder eine Pumpe überraschend ersetzt werden muss? „Dann kann es auch einmal zu einem Stillstand kommen.“ In der Regel kann seine Gruppe das ausbügeln, sagt der Kommandeur. „Wenn wir insgesamt zehn Tage verlieren, ist das viel.“

Bernd Kluge sagt auch: „Bei einem alten Waffensystem ist es gang und gäbe, dass es störanfällig ist. Das kann man nicht vermeiden. Deswegen schenken wir diesen Inspektionen so viel Augenmerk.“ In der Zeit zwischen den Großinspektionen liegen alle sechs Monate oder 300 Flugstunden kleinere Kontrollen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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