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Für den Erhalt der wilden Orchidee

Mahd im Eidertal Für den Erhalt der wilden Orchidee

Naturschützer mähten im Eidertal zwischen Reesdorf und Schmalstede Flächen, damit das seltene Breitblättrige Knabenkraut, eine wilde Orchidee, wachsen kann. So bekommen die Pflanzen ausreichend Luft und auch andere seltene Pflanzen gedeihen hier prächtig.

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Lias Bönke (von rechts) zog zusammen mit Joschua Paschko und Nikolai Bönke den schweren Sack mit Grünmahd.

Quelle: Frank Scheer

Reesdorf/Schmalstede. Das Eidertal zwischen Bordesholm und Flintbek ist ein Naturparadies – und verstärkt vermehren sich seltene Pflanzen. Zwischen Reesdorf und Schmalstede ist in den letzten drei bis vier Jahren auf einer Fläche, die der Stiftung Naturschutz gehört, die Anzahl des unter Naturschutz stehenden Breitblättrigem Knabenkrauts, einer wilden Orchideenart, buchstäblich explodiert. Damit das in den kommenden Jahren auch so weitergeht, mähten rund 20 Naturschützer samt Kindern das Areal, damit die saftig-lila blühenden Orchideen mehr Luft und Licht bekommen.

 Den Anstoß für diese jährliche Mahd-Aktion von Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, Naturschutzbund Neumünster und Naturpark Westensee/Obere Eider hatte Heinz Hinz-Reese, Reesdorfer Landwirt und Förderer des Eidertalwanderwegs, vor vier Jahren gegeben. „Auf dieser von ihm gepachteten Fläche entdeckte er 2012 vier Blüten“, erzählt Veronika Breuer von der Stiftung Naturschutz. In diesem Jahr habe man zur Blüte bereits 60 Orchideen in voller Pracht und weitere 40 Blüten gezählt, fügt Björn Rickert vom Naturschutzbund Neumünster hinzu. „Wenn wir hier nichts machen, würden die Pflanzen quasi erstickt werden.“ Die Rinder, die auf der Fläche weiden, würden das sumpfige, rund 4000 Quadratmeter große Areal nicht betreten, weil „sie sich an dem hohen Gras stören“.

 Wenn die Fläche erst mal gemäht sei, und von den Tieren getrampelte Trassen – sogenannte Rinderhighways – in der Wiese seien, kämen die mächtigen Vierbeiner dann auch zum Grasen. „Und die sorgen dafür, dass die Gräser kurz bleiben“, erklärt Miriam Kimmel von der Stiftung Naturschutz, der rund 50 Prozent der Flächen im Eidertal gehören. 20 Helfer – soviel wie noch nie in den vergangenen Jahren – mähten die wilden Gräser ab, harkten alles zusammen und schleppten die Mahd in Säcken zu einem Haufen. „Ist für die Heckenrinder wie ein Büfett. Damit werden sie angelockt. Die sind ja neugierig“, erzählt Rickert schmunzelnd.

 Rund drei Stunden und viel Arbeitskraft investierten die Helfer in den Naturschutz. Ihre Arbeit lohnt sich mehr und mehr: Neben dem Breitblättrigem Knabenkraut würden sich auch weitere seltene Pflanzen wieder sehen lassen. Rickert nannte zum Beispiel die Kuckuckslichtnelke und den Sumpf-Hornklee.

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Ein Artikel von
Frank Scheer
Holsteiner Zeitung

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