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Mahnmal für 13 Getötete

Nortorf Mahnmal für 13 Getötete

Fünf Jahre dauerte der Prozess, jetzt ist das bronzene Mahnmal für Euthanasieopfer und Andersdenkende, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden, gegossen, ein Standort an der St. Martin-Kirche in Nortorf gefunden. Am Sonntag, 13. November, wird es nach dem Gottesdienst um 11.15 Uhr eingeweiht.

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Künstler Manfred Sihle-Wissel (2. von links) bestimmte den Standort für die Stele, die an Menschen aus dem Amt Nortorf erinnern soll, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden, weil sie behindert waren oder nicht regimekonform dachten.

Quelle: Beate König

Nortorf. Das Bürgerforum Nortorf arbeitete nach einem Dissenz in der Stadtverordnetenversammlung mit der evangelischen Kirchengemeinde an dem Projekt, mit dem ein Ort geschaffen wird, der ein würdiges Gedenken an die getöteten Menschen aus der Stadt und aus dem Umland ermöglicht. Ausgangspunkt für die Recherche war eine Liste des inzwischen verstorbenen Günter Richter von 700 Opfern des Nationalsozialismus im Amt. Die Ehrenamtlichen um Klaus Schuldt, Manfred Jaster und Johannes Schmitz vom Bürgerforum suchten nach Lebensdaten und Todesumständen der Opfer, besuchten dafür Zeitzeugen und forschten in internationalen Archiven, Bundes- und Landesarchiven. Auf 32 Seiten berichtet eine Informationsschrift, die Manfred Jaster mit Bürgerforumsmitgliedern verfasste, über die 13 Toten. Zwei starben in Konzentrationslagern, elf in Krankenhäusern. „Nachdem diese Menschen tot waren, gab es in Nortorf keinen Widerstand mehr,“ berichtet Manfred Jaster.

 Der Brammeraner Künstler Manfred Sihle-Wissel hat in Zusammenarbeit mit dem Bürgerforum eine Bronze-Stele als Mahnmal geschaffen: „Eine splitternde Säule als Sinnbild für das Leben der betroffenen Menschen, die Opfer einer anmaßenden, kruden und grausamen Ideologie geworden sind.“ Die Stele, die ihr Vorbild in einem Kunstwerk hat, das im Landesmuseum Schloss Gottorf in Schleswig steht, ist rund 2,30 Meter hoch. Auf dem rund einen Meter hohen Bronze-Sockel mit quadratischem Grundriss sind die Namen der Toten und die Mahnung „Gedenket derer, die unter uns lebten und nur, weil sie anders waren, erniedrigt und ermordet wurden. 1933-1945“ zu lesen.

 Günter Neugebauer vom Verein „Gegen das Vergessen für die Demokratie“ wird das Mahnmal am Sonntag einweihen.

 Die Sendung DAS! im NDR-Fernsehen widmet dem Mahnmal am Donnerstag, 1. Dezember, um 18.45 Uhr einen Beitrag.

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