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Markenzeichen Urwald?

Felm Markenzeichen Urwald?

Eine Gemeinde im Grünen mit eigener Schule, dann auch noch ganz nah bei Kiel mit schneller Verbindung nach Gettorf, Eckernförde, zu den Stränden: Aus Sicht eines Marketingexperten könnte Felm mit Pfunden wuchern und sein Image aufpolieren. Ein Vorschlag kam am Montagabend im Felmer Treff spontan an: die Präsentation als Urwald-Gemeinde.

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Der Stiftungswald Stodthagen wächst zum Urwald mit Spazierwegen heran. Könnte er Felms Markenzeichen werden?

Quelle: C. Müller

Felm. „Orte brauchen ein Bild, mit dem sich die Bürger identifizieren. Nur dann engagiert man sich gern für sein Zuhause“, sagt Wolfhardt Bless. Er ist von der Agentur Markt und Trend in Neumünster und Gast im Felmer Treff, der alle drei Monate Denkanstöße für die Dorfentwicklung gibt. Heute geht es darum, wie man Felm Bekanntheit verleiht, um Neubürger und Gäste anzuziehen. Außerdem soll die Rede sein davon, wie man junge Menschen aktiv an der Ortsentwicklung beteiligt. Deshalb sitzt auch Astrid Heinig-Laabs am Tisch, Leiterin der Grundschule Osdorf mit Außenstelle Felm.

 „Passen diese Themen zusammen?“, formuliert Herman-Joseph Thoben vom Felmer Treff die Frage, die sich mancher eingangs gestellt haben mag. Auch Neufelmer aus dem Baugebiet Wurth sind gekommen. Bless schlägt den Bogen. „Marketing geht nur mit Marke“, führt er aus und verweist auf Coca Cola. „Natürlich ist für Gemeinden Imagepflege sinnlos, wenn der Inhalt nicht stimmt“, betont er. „Und Sie müssen auch Social Media wie Facebook nutzen, um die Leidenschaft junger Leute zu wecken.“ Am Beispiel anderer schleswig-holsteinischer Orte, die ihre Vorzüge mit Hilfe von Markenbildung bekannt gemacht haben, zeigt er, dass diese heute sehr selbstbewusst neue Gäste anlocken. Bless: „Felm hat mit dem Stiftungswald, der wieder Urwald werden soll, ein Alleinstellungsmerkmal, um das andere Sie beneiden würden.“

 Bei einem älteren Herrn regt sich eingedenk alter politischer Debatten Widerspruch. Doch der Rest der Versammlung hat spontan Ideen, wie man das positive Bild vom Urwald nutzen kann. „Schulkinder könnten eine Urwald-Schnitzeljagd entwerfen. Man könnte Urwald-Malwettbewerbe ausschreiben oder Urwaldtouren als Kindergeburtstagsevent anbieten“, schlägt Carina Dahlke vor, die seit sechs Jahren in Felm wohnt. Auf einmal wird die Debatte lebendig. Ehepaar Hackauf vom Felmer Boten gibt preis, dass die Familie Ähnliches privat ausprobiert hat. „Das sollten wir alles zusammenbringen“, findet die Schulleiterin.

 Der erste Anstoß hat also funktioniert. „Wir sollten mal prüfen, was machbar ist“, sagt Bürgermeister Friedrich Suhr am Ende und lächelt. Der Gedanke, Chef einer modernen Urwaldgemeinde zu sein, ist ihm gar nicht mal so unsympathisch. „Ich glaube, da ist Potential.“

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten