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Mathebuch-Autor mit Seeblick

Molfsee Mathebuch-Autor mit Seeblick

200 Mathematikbücher sind in den vergangenen 20 Jahren an Martin Zacharias Schreibtisch mit Blick auf den Molfsee entstanden. Echte Exportschlager: Passend zu den Lernvorgaben der einzelnen Bundesländer veröffentlicht der Mathematiker Schulbücher. Seit 2008 ist er auch als Herausgeber tätig

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Arbeiten mit Blick auf den Molfsee: Martin Zacharias schreibt Mathe-Bücher.

Quelle: Beate König

Molfsee. „Der Kubikmeter muss hier doch irgendwo sein.“ Mathebuchautor Martin Zacharias greift hinter den Aktenschrank und zieht ein Gestänge hervor. „Daraus kann man einen Würfel bauen.“ Anschaulichkeit zählt beim 60-Jährigen. Seine Maxime nach Kant: „Erkenntnis durch Erfahrung.“

 Das Ziel des Autors klingt angesichts der Abstraktheit der Wissenschaft, die er vermitteln will, exotisch: Bei Schülern bis zur Oberstufe durch Anschauungs- und Mitmachmaterial die Lust am Erforschen mathematischer Phänomene wecken, ihnen nicht nur Rechenverfahren eintrichtern, sondern ihnen Grundvorstellungen vermitteln. „Beispiele zu finden, ist nicht immer leicht, aber das geht“, ist Zacharias’ Überzeugung. Und: „Jeder kann etwas. Jeder.“

 Wer im Land Mathe mag, kennt Zacharias. Der Lehrer der Klaus-Gorth-Schule in Neumünster ist als Erfinder der Mathe-Olympiade, einem inzwischen internationalen Schüler-Wettstreit mit schwierigen Denk- und Rechenaufgaben, bekannt. Als Studienleiter am Institut für Qualitätssicherung (IQSH) bildet Zacharias Referendare aus. Seine ungewöhnlich handfeste Mathe-Vermittlungstechnik stellte er in Vorträgen vor, die ihn bis nach Schweden und Italien führten.

 Aufgaben, bei denen Schüler erst konkret mit den Händen begreifen, was sie später abstrakt berechnen, gibt es massenweise in seinen Büchern. Fotos, Anleitungen, Bilder von geometrischen Figuren auf Karo-Papier sind dabei abwechslungsreicher Standard.

 Ein Nagelbrett, auf dem man mit Gummibändern geometrische Figuren herstellen kann, kleine Dezimeter-Würfel, mit denen nachvollziehbar berechenbare dreidimensionalen Figuren gebaut werden können, ein Papierblock als Daumenkino, das die Reise durch einen Würfel auf einer gedachten Diagonale zeigt – während der Didaktiker mit den leuchtenden Augen spricht, baut er um sich eine kreative Lernatmosphäre auf, bis der Schreibtisch überquillt vor Material, Büchern, Farben und Papier.

 Der Mathematiker, der nach gerade neun Semestern an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel sein erstes Staatsexamen in Mathe, Sport und Philosophie und ein Diplom in Mathematik in der Tasche hatte, war prädestiniert für eine Uni-Karriere. Er entschied sich jedoch anders. Für das, wofür er brennt.

 Was seine Bücher bis heute auszeichnet, begann im Referendariat. „Da hatte ich den Spitznamen MM, Medien-Martin“ – wegen der Materialberge, die er zu jeder Schulstunde mitbrachte.

 Die Lust auf die Wissenschaft konnte er seinen vier Kindern vererben. Alle sind in Mathe brillant.

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