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„Harvey“ segelt nur im Winter

Mini-Folkeboot Bordesholm „Harvey“ segelt nur im Winter

Jörn May aus Bordesholm wurde mit seinem Mini-Folkeboot „Harvey“ Deutscher Meister im Modell-Boot-Segeln. Sehr verbreitet ist dieser Freizeitspaß noch nicht. Nur 180 Schiffe gibt es in Europa. May segelt sein Miniatur-Boot vorzugsweise im Winter, wenn nicht viel Betrieb ist, auf dem Bordesholmer See.

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Mit seiner „Harvey“ ist Jörn May aus Bordesholm in Kühlungsborn Deutscher Meister im Mini-Folkeboot geworden. Stolz präsentiert er Boot und Pokal.

Quelle: Frank Scheer

Bordesholm. Was bewegt einen passionierten Segler, im Winter Modellboote mit einer Fernsteuerung zu segeln? „Es macht viel Spaß, und mich reizen vor allem die Wettfahrten“, sagt Jörn May. Und darin ist der Bordesholmer, der seit über 40 Jahren Mitglied im örtlichen Segelverein ist, sehr erfolgreich. In Kühlungsborn holte er sich unter 24 Teilnehmern die Deutsche Meisterschaft. „Es ist natürlich nur ein inoffizieller Titel“, schränkt May ein. Stolz ist er trotzdem.

 Jörn May stellt das Modellboot mit einem gewissen Lächeln auf den Tisch des Clubheims in der Eidersteder Straße in Bordesholm. „Das ist sie, einige belächeln uns Modellbootsegler zwar, aber viele beneiden uns auch wegen des faszinierenden Hobbys!“ Einen Meter ist die „Harvey“ lang. Es handelt sich um ein Mini-Folkeboot, das ein Abbild ihres großen Bruders im Maßstab 1:7,68 ist. Rund 1500 Euro muss man für ein gebrauchtes Modell auf den Tisch legen. Der Rumpf ist aus Kunststoff. Vergleichbar mit einem großen Boot sind auch der Aufbau auf Deck und die Segel.

 Sehr verbreitet ist das Mini-Folkeboot-Fahren allerdings noch nicht. „180 Schiffe gibt es in Europa“, schätzt der Bordesholmer. In Deutschland gibt es nur 60 bis 70 Aktive. Hochburgen sind Norddeutschland, Berlin und Essen. Seit eineinhalb Jahren ist May dabei. Hochsaison ist im Winter, wenn für die großen Boote Segelpause ist. „Wenn gutes Wetter ist, treffen wir uns spontan zu Wettfahrten“, erzählt der 47-Jährige. Auf dem Bordesholmer See sind regelmäßig sechs bis acht Modellsegler dabei.

 Bei der Deutschen Meisterschaft im Yachthafen von Kühlungsborn ging es zu wie bei einer großen Regatta. Tonnen geben den Kurs vor, eine Wettkampfleitung beobachtet die Fahrten, bei denen immer zwei Modellsegler gegeneinander antreten. „Wer den anderen rammt, muss eine 360 Grad Drehung fahren. Da hat man keine Chance mehr auf den Sieg“, berichtet May. Und die Fernbedienung mit den zwei Kanälen fürs Ruder und die Segel sei manchmal nicht so genau. „Wie bei großen Regatten entscheidet aber auch beim Modell die richtige Taktik über Sieg und Niederlage.“

 Natürlich freut sich Jörn May, der auch Mitglied im Yachtclub Strande ist, auf den Saisonauftakt auf der Ostsee und dem Bordesholmer See. Und demnächst können die Spaziergänger auf dem Seerundweg wieder ein buntes Bild erleben. Mittwochs ab 18 Uhr fahren die Bordesholmer Laser immer zu ihren Feierabendregatten auf das Gewässer raus.

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Ein Artikel von
Frank Scheer
Holsteiner Zeitung

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