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Meyer will Hilfe aus Berlin

Schwebefähre Meyer will Hilfe aus Berlin

Die Ursache für den Unfall auf dem Nord-Ostsee-Kanal ist noch offen, doch es werden bereits Forderungen nach einem Ersatz für die Fähre laut: Landesverkehrsminister Meyer und Rendsburgs Bürgermeister Gilgenast erhöhen den Druck auf Bundesverkehrsminister Dobrindt.

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Fordert Berlin auf, beim Aufbau der Schwebefähre zu helfen: Verkehrsminister Reinhard Meyer.

Quelle: Frank Peter

Rendsburg . Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) will nach dem Schwebefähren-Unfall Berlin um Hilfe bitten. „Ich werde mich mit der Bitte an den Bundesverkehrsminister wenden, damit die Fähre wieder fährt“, sagte er am Freitag. Konkret gehe es um die Reparatur und Wiederinbetriebnahme des historischen Verkehrsmittels. Die Rendsburger Schwebefähre über den Nord-Ostsee-Kanal war bei einer Kollision mit einem Frachtschiff vor einer Woche schwer beschädigt worden.

„Die Schwebefähre hat eine ganz wichtige Funktion — klein, aber fein“, sagte der Minister. Die Fähre entlaste den Verkehr und sei ein Symbol, das in Betrieb gehalten werden müsse. Über ein Aus des historischen, unter einer Eisenbahnbrücke hängenden Gefährts wollte er nicht spekulieren. Er wolle, „dass solche Gedanken derzeit keine Rolle spielen“. In einem Brief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) forderte er zudem „verkehrliche Alternativen“ für die Übergangszeit.

Auch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) des Bundes weiß um die Bedeutung des Verkehrsmittels — und verspricht: „Die WSV wird die Schwebefähre wieder herstellen, sobald das Schadensausmaß bekannt und eine Reparatur der Fähre veranlasst ist“, hieß es am Freitag auf der Homepage des zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA) Kiel-Holtenau. Bis März soll sie abgebaut und auf einen Bauhof in Rendsburg gebracht werden.

Um das weitere Vorgehen zu besprechen, will Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast (SPD) zusammen mit weiteren kommunalen Vertretern nach Berlin fahren. „Wir wollen die Interessenslage in der Region darstellen“, sagte Gilgenast, der mit einem Ausfall von mindestens einem Jahr rechnet. Seine größte Sorge ist, dass sich Chassis oder Aufhängung der 45 Tonnen schweren Fähre verzogen haben könnten. Beim Zusammenstoß wurde sie stark hin- und hergeschleudert und verformt.

Inzwischen hat das WSA Gilgenast zufolge auch einen zusätzlichen Mitarbeiter am Kanaltunnel postiert, um den Nutzern beim Ein- und Ausstieg in den dortigen Großraumfahrstuhl zu helfen. Die 1,2 Kilometer entfernte Unterführung gilt derzeit als eine der Alternativen zur Fähre, die täglich von etwa 520 Autofahrern sowie 1700 Radfahrern und Fußgängern genutzt wurde. Zudem gilt die in Rendsburg „Eiserne Lady“ genannte Brücke mit Fähre als eines der wichtigsten Denkmäler der Stadt, die Stadt und das Land streben den Unesco-Welterbe-Status für das Bauwerk an.

Bei dem Zusammenstoß der Fähre mit der „Evert Prahm“ entstand an dem Verkehrsmittel Sachschaden in Millionenhöhe. Der 52 Jahre alte Fährführer wurde schwer verletzt und war nach Angaben eines Polizeisprechers auch am Freitag noch nicht vernehmungsfähig. Dem zweiten Verletzten, einem 30-jährigen Polizisten, der die Fähre als Radfahrer auf dem Heimweg nutzte, geht es dagegen inzwischen besser. Er war bei dem Unfall über das Deck der Fähre geschlittert, nach Einschätzung des Polizeisprechers bewahrte ihn sein Fahrradhelm aber vor schlimmeren Verletzungen. Die Polizei und die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung ermitteln weiterhin die Unfallursache.

Hier sehen Sie Bilder von dem Unfall an der Schwebefähre in Rendsburg.

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