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Es wird auf Holz gekocht

Schwedeneck Es wird auf Holz gekocht

Heinrich Detlef Mißfeldt war 18 Jahre alt, als er am 1. Januar 1865 die Gaststätte im Zentrum Krusendorfs erst pachtete und einige Jahre später übernahm. Seitdem erfüllte der Dorfkrug viele öffentliche Aufgaben von der Poststelle über den Kaufmannsladen bis hin zum Kino – doch eines ist geblieben.

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Thorsten Mißfeldt und seine Küchenhexe: Diese sorgt in Mißfeldts Gasthof seit rund 60 Jahren beständig für kräftige Hitze.

Quelle: Lutz Timm

Schwedeneck. Seit 150 Jahren ist der Name Mißfeldt untrennbar mit dem Gasthof verbunden. Seit Jahresbeginn kann der heutige Inhaber, Thorsten Mißfeldt, als Kröger in der fünften Generation auf eineinhalb Jahrhunderte Familienbetrieb zurückblicken.

Wann genau die Geschichte des Gasthauses beginnt, ist nicht überliefert. Das Krusendorfer Kirchenbuch weist jedoch einen Johann Hinrich Christian Grimm als „zweiten Kröger“ aus, vermutlich gibt es seit mindestens 1795 einen Krug im Ort. Das heutige Gebäude ist jedoch erheblich jünger und wurde von der Gutsherrschaft von Noer im Jahr 1909 gebaut. Zuvor war das alte Gasthaus – ein Niedersachsenhaus in dem auch das Vieh untergebracht war – bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Der etwas nach vorne versetzte Neubau steht bis heute. An der Stelle des alten Gebäudes wurde ein Biergarten errichtet, in dem sich die Menschen bis zum Zweiten Weltkrieg unter freiem Himmel mit Essen und Getränken vergnügten.

„Früher hat sich das ganze Dorfleben hier abgespielt“, erzählt Mißfeldt, der nicht nur Gastwirt ist, sondern auch die angeschlossene Landwirtschaft mit 50 Hektar Ackerland bewirtschaftet. „Da gab es kein Fernsehen und kein Telefon. Die Leute mussten herkommen.“ Doch nicht nur die Gastronomie zog die Dorfbewohner in den Gasthof. „Neben dem Kaufmannsladen und der Poststelle hatten wir auch das einzige Telefon im Umkreis. Und sonntags kamen alle mit den Pferdekutschen, um sich nach dem Gottesdienst den Kirchenköm abzuholen“, weiß der 50-Jährige zu berichten.

1995 übernahm er den Betrieb von seinem verstorbenen Bruder. „Wir haben uns alle zusammen hingesetzt und entschieden, dass es weitergehen soll.“ Also wurde Mißfeldt, der nach dem Besuch der höheren Landwirtschaftsschule als angestellter Landwirt auf Gut Uhlenhorst und in Sturenhagen gearbeitet hatte, mit Unterstützung der Verwandtschaft auch noch Gastronom. „Das war immer ein Familienbetrieb. Meine Frau, meine Mutter, Schwester, Onkel, Tante – alle packen mit an, wenn es voll ist. Sogar mein Sohn Thies, wenn er Lust hat“, erklärt Thorsten Mißfeldt.

Vor allem für seinen Grünkohl ist der Gasthof mittlerweile „über die Landesgrenzen hinaus“ bekannt. „Bei uns gibt es die selbstgekochte Hausmannskost“, sagt Mißfeldt. Die Zubereitung der Gerichte erfolgt, der langen Historie entsprechend, klassisch: Auf einem mit Holz befeuerten Herd von 1955.

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