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Mit Arabisch und Kurdisch besser verständigen

Flintbek Mit Arabisch und Kurdisch besser verständigen

Mitte Juli hat sie ihre Arbeit aufgenommen: Ghanda Choueib kümmert sich in Flintbek seit kurzem hauptberuflich um die Flüchtlingsberatung. Ein erstes Fazit gab es bei einem Pressegespräch in den Räumen der Sozialstation im Kätnerskamp.

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Ghanda Choueib (Mitte) ist neue Flüchtlingsberaterin in Flintbek, vertreten durch Bürgermeister Olaf Plambeck. Auch Andrea Dobin (Soziale Hilfen der Diakonie Altholstein) freut sich über die neu eingerichtete Stelle.

Quelle: Sorka Eixmann

Flintbek. Über dem Eingang hängt ein Schild in arabischer Sprache. „Ich habe darauf geschrieben, dass heute schon um 10.30 Uhr geschlossen ist“, erklärt die 43-Jährige, die seit 1994 in Deutschland lebt und ihre Ursprünge im Libanon hat. Genau das ist ein Vorteil bei ihrer Arbeit mit den Flüchtlingen: Ghanda Choueib spricht arabisch. „Kurdisch lerne ich gerade.“ Denn die Sprachbarrieren sind die größten Probleme: „Sie können die Post der Ämter und Jobcenter nicht lesen und so natürlich auch nicht handeln. Häufig kommen sie erst mit den Schreiben, wenn schon die dritte Mahnung unterwegs ist und damit das Inkasso-Verfahren droht“, weiß die Sozialpädagogin.

 Bürgermeister Olaf Plambeck ist froh über die Einrichtung der Stelle. „Wir kamen wir dazu? Ganz einfach: Mit der Flüchtlingswelle 2015 mussten nicht nur Unterkünfte geschaffen werden, auch die Integration musste auf den Weg gebracht werden“, erinnert er. Inzwischen leben 157 Menschen aus 14 Nationen in Flintbek. „Unsere ehrenamtlichen Helfer machen eine tolle Arbeit. Aber auch die 20 Stunden pro Woche von Ute Bergner vom Flüchtlingsverein reichen für die vielen Menschen und deren großen und kleinen Probleme und Alltagssorgen nicht aus“, lautet das Resümee des Verwaltungschefs.

 Gemeinde und Politik zogen nach, die Stelle wurde eingerichtet und man fand mit Ghanda Choueib die passende Besetzung. „Der Bedarf ist groß, die Menschen, die hier leben, werden wach und fragen nach ihren Pflichten und Aufgaben“, erklärt Choueib. Pro Tag seien während der Besuchszeiten zehn bis 15 Besucher in der Sozialstation, zusätzlich stehen Hausbesuche auf dem Programm. „Viele warten auf die Anerkennung ihrer Zeugnisse, andere wollen wissen, wie weit es mit ihrem Asylverfahren ist. Der Wunsch nach mehr Information ist groß“, berichtet sie. Eine erste Infoveranstaltung auf arabisch habe es bereits gegeben, eine weitere sei in Planung. „Das Zusammenleben läuft weitestgehend gut. Mit Projekten wie dem Interkulturellen Abend oder dem Fest der Kulturen beim Dorffest soll das noch besser werden“, hofft Plambeck.

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Ein Artikel von
Sorka Susann Eixmann
Holsteiner Zeitung

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