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Küchenbullen mit Talent

Boys’ Day in Schwedeneck Küchenbullen mit Talent

Bügeln, Betten beziehen, Kartoffeln schälen – Arbeit für Weicheier? American Football Player Henning Knuth (23), Thies (13) und Justus (11) bewiesen am Donnerstag als Küchenbullen bei Landfrau Brigitte Gindullis in Schwedeneck, dass sie Haushaltshelden sind.

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Boys’ Day : Henning Knuth von den Baltic Hurricanes bereitet mit Thies und Justus (v.l.) frische Remouladensauce nach zwei verschiedenen Rezepten zu.

Quelle: Cornelia D. Müller

Schwedeneck. Es ist Boys’ Day: Männer sollen in Frauenberufe ’reinschnuppern. Schleswig-Holsteins Landfrauen marschieren damit seit 2008 vorweg. Am Freitag geht bei ihnen ein Kieler in die Hauswirtschaftslehre, der sich sonst auf dem Spielfeld prügelt. Der Mann von der „Offensive Line“ der Baltic Hurricanes Kiel – ein Kreuz wie ein Schrank und Oberarme, die Angst machen – soll mit zwei Schülern aus Schwedeneck und Rieseby feine Fischstäbchen selbstmachen, Remoulade rühren, Gurken raspeln. Gespannt ist nicht nur Hauswirtschaftsmeisterin Gindullis, sondern ein ganzer Landfrauenschwarm: der Vorstand des Ortsverbands Dänischenhagen, die Vize-Präsidentin Ulrike Röhr mit kleinem Gefolge. Wird das Harte-Männer-Image am Herd bestehen? Wie reagiert der Nachwuchs, der nicht Football spielt, aber vor dem Fußballtor herumbolzt?

 Knuth erweist sich an der Arbeitsplatte als Fels in der Brandung, während die Damen Joghurt-Schokolade für die süße Schokomousse anreichen, schlaue Ratschläge geben, schon mal die Deckel der Sahnebecher öffnen. Er hat sich stressfrei damit angefreundet, dass sein Team zum Bettenmachen und Bügeln eingeplant ist. „Kein Ding“, sagt er ruhig. „Zu Hause stehe ich immer in der Küche. Meine Frau hat einen Vollzeitjob und studiert nebenbei.“ „Und ich mache gerne Pfannkuchen, Spiegelei und Nudelsuppe selbst“, bringt sich Thies ein. Justus steht in nichts nach: Lasagne oder Nudeln mit Tomatensauce macht er mit links. „Aber lieber mag ich Chicken Nuggets“, setzt er hinzu. „Und ich Döner mit Pommes!“, ruft Thies. So ganz will das Trio sein Image noch nicht aufgeben. Trotzdem: 1:0 für die drei Jungs.

 Mit den Bettbezügen lässt Knuth lieber Thies und Justus hantieren. „Ich habe schon zwei zerrissen, weil meine Arme so muskulös sind.“ Die Ausrede macht Sinn. Die anderen beiden vergewissern sich gewieft, ob die Bezüge „auch auf links gedreht sind, bevor die Decke reinkommt, weil das praktischer ist“. Ruckzuck ist der Job erledigt. Gindullis hat schon das Dampfbügeleisen angeheizt. Thies hat ein knitteriges T-Shirt mitgebracht. „Auch die Ärmel?“, will er wissen. „Ja“, sagt sie streng. Aber sie lächelt dabei und geht ihm zur Hand. „Das ist nicht so cool“, finden die beiden. Landfrau Silke Sommer versteht das sehr gut.

 Bei der Panade, für die Cornflakes zerbröselt werden, beim Braten, bei der Tischdeko legen sich die Drei mit Liebe ins Zeug. Die Damen sind sprachlos, als ihre Küchenbullen auftischen. So lecker war Essen lange nicht! Und was meint die Männermannschaft? „Alles spitze und easy. Und ich habe ein neues Rezept“, freut sich Henning Knuth. Kartoffeln, Saucen, Schokomousse finden auch die Jungen „lecker und zum Nachmachen“. Beim Fisch sind sie ehrlich: „Dafür, dass wir keinen Fisch mögen, geht’s." Das reicht für ein glattes 2:0.

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Cornelia Müller
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Boys’ Day in Lütjenburg
Foto: Der gelernte Koch Tim Gomolczyk zeigt Tristan Stoffer, Johannes Schreiber, Luca Kiecok und Julius Nipp (von rechts), wie der Rindfleischburger angerichtet wird.

Das Boys’-Day-Projekt scheint bei den Jungs bestens anzukommen, denn alle sind mit Eifer dabei. „Einen solch leckeren Burger habe ich noch nie gegessen“, schwärmt Luca Kiecok, der als einer der ersten die Eigenkreation kosten durfte. Die anderen Schüler der sechsten Klassen des Lütjenburger Gymnasiums wuseln derweil zwischen Pfannen, Salatschüsseln und Tellern mit Büffelmozzarella und anderen Zutaten hin und her, um sich ihre Burger individuell zusammenzustellen.

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