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Tipps von den Kieler Pilzfreunden

Mit Fotostrecke Tipps von den Kieler Pilzfreunden

 Eine leckere Pilzpfanne ist etwas Feines. Selbstgesammelt schmeckt es gleich nochmal so gut und spart obendrein Geld. Steinpilze, Pfifferlinge und Champignons landen in den Körben der Pilzsammler. Aber: Für das sichere Sammeln braucht es Erfahrung.

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 Gerda Luhm hat einen Birkenpilz gefunden, der essbar ist und nussig schmeckt.

Quelle: Sven Janssen

Felde/Achterwehr. Schnell hat ein falscher Pilz die ganze Pfanne ruiniert, oder – noch schlimmer – ein Fehlgriff sorgt für übelste Magenverstimmung oder gar eine Vergiftung. Grund genug für Viele, lieber zu Pilzen aus dem Laden zu greifen.

„Das muss nicht sein“, sagt Vivien Hauser von den Kieler Pilzfreunden. „Es ist gar nicht so schwer, die wichtigsten Pilze zu erkennen, das lernt man schnell. Wer sich unsicher ist, kann seine Funde auch noch überprüfen lassen.“ Die 49-jährige Mielkendorferin ist Pilzsachverständige und Pilzsammlerin aus Leidenschaft. Mit 13 Jahren hat sie ihre erste Pilzlehrwanderung besucht und sich seit dem immer weiter fortgebildet. Seit 18 Jahren ist sie geprüfte Pilzsachverständige der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) und steht allen Interessierten bei der Bestimmung der Pilze zur Seite.

„Alle Pilze kenne ich nicht“, sagt sie, aber das könne wohl auch keiner von sich behaupten. Alleine in Schleswig-Holstein gäbe es 6000 verschiedene Pilze. „Zirka 30 davon sind tödlich giftig, zwei- bis dreihundert ungenießbar und noch mal so viele essbar“, erklärt die Expertin, die am Sonnabend mit 30 Pilzinteressierten im Rahmen des Naturgenussfestivals im Wald am Ahrensee unterwegs war, um Pilze zu finden.

Pilzexpertin Vivien Hauser.

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Zwischen den Blättern entdeckt Ulrike Kostka einen Pilz mit leicht bläulich schimmernden Kopf. „Das könnte ein Anistrichterling sein“, sagt Hauser. Wer einen Pilz genau bestimmen möchte, sollte ihn in die Hand nehmen. Dabei wird der Pilz am unteren Ende des Stils angefasst und mit einer Drehbewegung aus dem Boden gelöst. „Der Anistrichterling schmeckt nach Lakritze und passt gut in eine Mischpilzpfanne.“ Mehr als zwei solle man davon aber nicht nehmen, sonst wird der Geschmack zu intensiv. Wer mehr finde könne sie trocknen – das geht einfach im Ofen bei 50 Grad – oder einfrieren. Wichtig sei nur, dass die Pilze trocken geputzt werden und eingefrorene Pilze sollten nicht aufgetaut, sondern gefroren verarbeitet werden.

„Spätestens 24 Stunden nach dem Sammeln sollten Pilze verarbeitet werden, nach 48 Stunden sollten sie verbraucht sein“, rät Hauser. Grundsätzlich sollte man Pilze im Wald putzen, dann sehe man auch gleich, ob sie genießbar seien. „So entdeckt man Madenbefall beim Steinpilz gleich und kann ihn liegen lassen.“

Als Grundausrüstung empfiehlt Hauser einen Korb, ein Messer zum Putzen, eine Lupe und ein Buch zum Bestimmen. „Das ist ein Kartoffelbovist“, sagt sie und zeigt einen Pilz, der tatsächlich an eine Kartoffel erinnert. „Der ist nicht essbar, wurde aber oft als falscher Trüffel an Unwissende verkauft.“ Mild nussig schmeckt dagegen der Birkenpilz den Gerda Luhn am Fuß einer Birke gefunden hat. Er ist essbar.

„Pilze sind noch zu viel mehr nützlich“, sagt Hauser, während sie ihren Blick schweifen lässt. Ohne Pilze wären einige Dinge gar nicht vorstellbar. „Wein und Bier beispielsweise, in der Medizin werden sie für das Penicillin verwandt oder zum Färben und als Tinte. „Beim Tintling löst sich der Hut in wenigen Stunden von alleine auf. Die Flüssigkeit kann man dann als Tinte benutzen, daher hat er seinen Namen.“ Autolyse heißt der Vorgang, bei dem der Pilz auf diese Weise seine Sporen abgibt. „Beim Glimmertintling wird die Tinte braun, beim Spechttintling schwarz und beim Schopftintling grau.

Jeder Pilz ist zu etwas nütze. Und sei es dazu, das Holz aufzuspalten und so dem Naturkreislauf im Wald zu helfen.

Info:

Wer Pilze gesammelt hat, kann sich absichern, ob sie auch alle essbar sind. Die Pilzberater in Kiel haben sich nach Regionen aufgeteilt. Die Ehrenamtler sind meist nachmittags und am Wochenende erreichbar und haben sich nach Regionen aufgeteilt: Kiel-Süd (Vivien Hauser) 0170-3861698, Kiel-Ostufer (Rainer Tänzer) 0160-2917834, Kiel-Nord/Dänischer Wohld (Maren Kamke) 0172-4169237, Barkauer Land (Inken Lebold) 0179-6894929, Kreis Segeberg (Dagmar Dettloff-Scheff) 0173-5937514, Aukrug und Umgebung (Anita Engler) 0151-20964342. Mehr Infos im Internet: www.kieler-pilzfreunde.de 

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