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Ablasshandel florierte beim MPS

Hohenwestedt Ablasshandel florierte beim MPS

Zu Pfingsten ist Hohenwestedt der zentrale Anlaufpunkt für Mittelalter-Fans, denn seit 20 Jahren lässt das Mittelalterliche Phantasie Spectaculum (MPS) im Park Wilhelmshöh die Zeiten von Rittern, Heerlagern und krachender Musik aufleben. Rund 3000 Teilnehmer und 20000 Besucher waren dabei.

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Vergebung aller Sünden: Sigrid Ehlers kauft bei Bodo Lindner einen Ablassbrief.

Quelle: Karsten Leng

Hohenwestedt. „Die Nacht war superkalt“, berichtete André Oestereich am Sonnabend vor Kälte zitternd. Zusammen mit einer kleinen Gruppe Mittelalterfans hatte der Neumünsteraner ein Heerlager mit zwei Zelten, Kochstelle und „Gelageplatz“ aufgebaut und dort bei frostigen Temperaturen die Nacht verbracht. Stine Metten, Ricarda Jordan und Phoebe Klein - alle in kunstvollen Leinengewändern - hatten den Küchendienst übernommen, in den frühen Morgenstunden das Feuer in der Kochstelle angefacht und wärmenden Kaffee zubereitet. Sie sind seit vielen Jahren dabei. „Es ist wie Urlaub und es macht Spaß, für einige Tage in einer anderen Welt zu leben“, begründete das Trio, warum es sich diese Entsagungen aufbürdet.

Seit zwei Jahren ist Marco Selent aus Elmshorn dabei. Er lief während des Spectaculums in einem schwarzen Kostüm mit vermeintlicher Totenmaske durch den Park. Er hatte große Freude daran, dass ihn viele Besucher bestaunten. „Ich stelle den Hunger dar. Aber viele der Besucher begreifen das nicht und glauben dass ich den schnöden Tod spiele“, erboste er sich.

Hier sehen Sie Bilder vom Mittelalterlichen Spectaculum Hohenwestedt 2016

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Im Heerlager der Neumünsteraner hatte sich auch Bodo Lindner mit seinem Großhandel für Ablassbriefe niedergelassen. Er ist ein alter MPS-Hase. Vor zwei Jahren kam er durch ein Stationsspiel für Jugendliche in einer Neumünsteraner Kirchengemeinde zum „Ablasshandel“. Auch Eusebia Serpentia von Schlotterbein zu Knochenknirsch alias Sigrid Ehlers konnte der Versuchung nicht wiederstehen, sich von ihren Spünden durch einen Ablassbrief zu befreien.

Bereits am ersten Veranstaltungstag hatten sich lange Schlangen an den Eintrittskassen gebildet. Mit Kind und Kegel waren die Fans aus ganz Norddeutschland und auch aus Skandinavien angereist. Ritter, Heerscharen prächtig gewandeter Burgjungfern und Nachfahren von Robin Hood genossen bei wechselhaftem Wetter die Wettkämpfe der tschechischen Fechtgruppe Fictum, ließen sich auf den Wegen des Parks von dunklen Gestalten in den Arm nehmen oder genossen auf den Bühnen fantastische Musik von der schottischen Folk-Rockband Saor Patrol mit drei Schlagzeugern und dem kongenialen Dudelsackvirtuosen Charly Allen.

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