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Mit dem Zweitakter unterm Hintern

Mofa-Bande Bokel Mit dem Zweitakter unterm Hintern

„Bratärsche“ nennen sie sich, die Freunde von alten Mofas, die sich in Bokel zu einer sympathischen, bunten Bande zusammengeschlossen haben. Am Sonnabend haben die Zweitakter-Fahrer ihre Vereinigung offiziell gegründet und mit gemeinsamer Ausfahrt und Party das neue Bandenheim eingeweiht.

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Der Duft von Zweitakt-Öl liegt in der Luft von Bokels Straßen, Motoren knattern und die Kutten der der Fahrer flattern im Wind: Die Moped-Bande „Bratärsche“ startet zu ihrer ersten gemeinsamen Tour, bevor das neue Bandenheim mit einer Party eingeweiht wird.

Quelle: Malte Kühl

Bokel. „Liebliches“ Knattern von Zweitakt-Motoren, Schrauben an der Maschine und die Leidenschaft für Mopeds: Das verbindet die Mitglieder der Mofa-Bande mit dem klangvollen Namen „Bratärsche“ aus Bokel. Am Sonnabend war offizielle Gründung der Bande und Einweihung des Bandenheims mit allem, was eben so dazu gehört. Da fehlte natürlich nicht die gemeinsame Ausfahrt in die Umgebung des Dorfs mit den knallbunten und zärtlich gepflegten Mopeds und später die Party mit Livemusik und guter Stimmung.

 Seit sechs Monaten gebe es die Bande schon als losen Zusammenschluss, erzählte Bandenmitglied Sönke Wendland. Die meisten Mopedfahrer, die aus dem Kieler oder Rendsburger Raum stammen, kannten sich schon vorher. „Wir fahren alle gerne Moped“, meinte Wendland grinsend, „uns fehlte nur ein bekloppter Name und ein Vereinsheim.“ Beides war schnell gefunden. „Zwei von uns wohnen auf einem alten Bauernhof in Bokel. Da war der Kuhstall frei.“ Der wurde also kurzerhand zum Vereinsheim umgebaut.

 Auch die Namensfindung war kein Problem. „Wer zwei oder dreihundert Kilometer auf einem Moped gefahren ist, weiß, was ein Bratarsch ist“, sagte Sönke Wendland. Auch seinen Bandennamen muss man sich verdienen. „Ich würde gerne den Namen Söhniboy haben. Das hat sich aber noch nicht durchgesetzt. Die meisten nennen mich Maps nach dem Kartenservice von Google, da ich alle Touren organisiere und die Routen kennen muss“, so der Mofa-Fan.

 Bei gemeinsamen Ausfahrten ziehen die Bandenmitglieder die Blicke auf sich. „Beim Dorfjubiläum vor einigen Wochen haben wir auch mitgemacht und waren eine der vielen Attraktionen“, erzählte Sönke „Maps“. Bei vielen Passanten seien direkt Erinnerungen geweckt worden. Kommentare wie „Die hatte ich auch früher“ oder „Hast du auch das Problem beim Gasgeben?“ fielen zuhauf.

 Natürlich gehören auch mit Aufnähern bestickte Jeans- oder Lederwesten zum ordentlichen Bandenoutfit dazu. Auf dem Rücken der Moped-Freunde prangten große Patches mit dem Bratärsche-Bandenlogo. Der Rest der Gestaltung ist individuell offen. „Die meisten zeigen so, welche Mucke sie so hören“, erklärte Sönke „Maps“. Am Anfang wirke die sogenannte „Kutte“ vielleicht etwas einschüchternd, aber spätestens wenn die Zweitakter tuckern, sei das vorbei. „Wir sind die sympathische Moped-Bande von nebenan.“

 In der nächsten Zeit sind einige längere Touren geplant. „Wir wollen zum Beispiel zu Annies Kiosk. Das ist eine kleine Hot Dog-Bude auf der dänischen Seite der Flensburger Förde. Da soll es den besten Hot Dog in Dänemark geben“, berichtete der Mofa-Fan. Einige Stunden würde die Tour mit dem Moped dauern. Das werde man danach dann auch ordentlich am Hintern spüren – der Bratarsch ist also vorprogrammiert.

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