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Alte Exponate voller Aktualität

Museen in Felm und Eckernförde Alte Exponate voller Aktualität

Offen für Vergangenes sein, um die Gegenwart besser zu verstehen – da sind Museen die richtige Adresse. Vor allem am Internationalen Museumstag, wenn besondere Einblicke geboten werden, wie zum Beispiel am Sonntag bei Hartmut Wedekind in seinem Felmer Imkereimuseum. Die KN schwärmten sowohl zu ihm und seinen Bienen aus, als auch ins Museum Eckernförde.

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Juliane und Horst Breusing sowie Marga und Klaus Bandholt (von links) schauen aus Hartmut Wedekinds Bienenhaus. Da es leer ist, können die Besucher sich entspannt umsehen.

Quelle: Birgit Johann

Eckernförde.  Alles, was sich Gebäude nennt, ist in Hartmut Wedekinds Imkerei-Dorado selbst geschaffen. Schließlich existieren heutzutage kaum noch richtige Bienenhäuser. Denn seit den 70er Jahren sind bei Immenhaltern die praktischeren Segeberger Kunststoffbeuten beliebt. „Die kann man einfach auf Betonplatten stellen“, erklärt der 74-Jährige, seit 45 Jahren leidenschaftlicher Bienenbeobachter. Als ehemaliger Meeresforscher ist der Felmer die Sache schon immer wissenschaftlich angegangen. Den Honig gebe es obendrauf, verrät er. Juliane Breusing aus Kiel möchte wissen, ob die flüssige, goldfarbene Masse einer bekannten Markenfirma mit L überhaupt echter Honig sei. „Nein, das ist Bienennektar“, betont der Fachmann. „Richtiger Honig ist fest.“ Dass Bienen sowohl auf Schweiß-, und Mundgeruch als auch auf Rasierwasserwolken ungemütlich reagieren, erfahren Juliane und Horst Breusing von ihm ebenfalls und dass die Kratzbürste mit den rostigen Stahlstacheln, eines von Wedekinds über 300 Exponaten, „Erika“ heißt und zum Honigherauslösen verwendet wurde.

 An diesem Tag zeigt Wedekind auch, wie früher in der Lüneburger Heide aus Stroh Bienenkörbe geflochten wurden. Eine alte Kunst, die bewusst macht, dass solche Archive wichtig sind. Der Felmer hat darum 1994 den Museumsverein Rendsburg-Eckernförde mitbegründet.

 Das liebevoll und mit Sachverstand eingerichtete Museum Eckernförde lockt derweil mit Kultur und Technik aus rund 200 Jahren. Manch altem Hut wird in der Neuzeit eine erstaunliche Renaissance gewährt, wie der „Goldeimer“ zeigt. Was das ist, wissen alle, die noch ein Plumpsklo kennengelernt haben. 1968 hätten in Eckernförde immerhin noch 500 solcher Fäkalienkübel ihren Dienst getan, verrät das Infoblatt „Goldeimer“. Die Museumsführerin Telse Vorbrook vermittelt viel Wissenswertes über die Kriegs- und Nachkriegszeit in der kleinen, aber strategisch wichtigen Hafenstadt. Sie kann natürlich auch etwas zur Funktionsweise des zinnernen Eimers sagen: „Der Deckel kam ab und stattdessen ein Holzbrett mit Loch drauf.“ Brigitte Rave-Rieger (64) erinnert sich: „Hatten wir tatsächlich noch in den sechziger Jahren in unserer Eckernförder Wohnung.“ Ingrid Göttsche (76), ebenfalls hier heimisch, bestätigt dies. Eine Lage Torf habe den Geruch erträglicher gemacht. Das Ganze hätten ihre Großeltern dann stets als Gartendünger wertgeschätzt.

 Und längst gibt es sie wieder, solch wassersparende Entsorgungssysteme. Für die Gartenlaube. Sie nennen sich Kompost-Klos.

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