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Stürmischer Beifall im Herrenhaus

Altenholz Stürmischer Beifall im Herrenhaus

Seine Schwester Wilhelmine von Bayreuth liebte er über alles, sein Respekt vor ihrem Urteil war groß. Und doch blieb er ein „Chauvi“: Friedrich der Große, Regent, Komponist, Musiker. Launig, informativ, anrührend illustrieren Martin Karl-Wagner (Flöte), Martina Doehring (Sopran), Andrea Paffrath (Cembalo) und Lilli Hartwig (Violoncello) künstlerisches Wirken und Privatleben der beiden. Im Herrenhaus von Gut Knoop in Altenholz dankte das Publikum für das musikalische Porträt Mein Bruder Friedrich am Sonntag mit stürmischem Beifall.

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Lilli Hartwig, Andrea Paffrath, Martina Doehring, Martin Karl-Wagner (v.l.) gaben Einblicke in zwei Leben.

Quelle: Cornelia Müller

Altenholz. „Ich bin nur mäßiger Musikant und habe nun mich ans Komponieren gemacht“, schreibt Friedrich im Jahr 1733 an die Schwester. Die ist gespannt, was er ihr senden wird. Sie ist eine brillante Cembalospielerin und gute Komponistin, was er schätzt. „Alles ist in französisch abgefasst“, leitet Karl-Wagner ein. „Nicht so meine Sache, aber zum Glück gibt es eine tolle Übersetzung.“ Gleich hat der Musiker mit dem Faible für historische Geschichten um Komponisten, die er zusammen mit wechselnden Künstlern porträtiert, die Herzen im vollen Gartensaal geöffnet. Im Wechsel mit Sopranistin Martina Doehring, deren klare Singstimme Zauber über den zweistündigen Konzertabend legt, liest er Auszüge aus dem Schriftwechsel. Cembalovirtuosin Paffrath leiht Friedrichs jüngster Schwester Amalie die Stimme.

 Die beim ersten Hören recht einfach klingenden ersten Kompositionen wie die Sonate Nr. 16 C-Dur (1735) für Flöte und Cembalo lassen langsam in die barocke Seele einfühlen. Wilhelmines Arie aus der Oper Argenore (1740) oder die Arien Lascia ch’io pianga (1711) und Tornami a vagheggiar (1735) des von Friedrich geschätzten Georg Friedrich Händel öffnen das Ohr für die ganze Farbigkeit der zeitgenössischen Musik. Empörung, gepaart mit Schmunzeln, dann bei den Damen: Wilhelmine rügt, dass die „neue Philosophie der Frau das Denken abspricht“, sie zum Schaf degradiere. Des Bruders Antwort dürfte auch sie sprachlos gemacht haben: Das sei richtig. Aber sie sei ja der beste Mann am Hof.

 Wie viel Spaß die vier Künstler bei der Aufführung haben und wie sie harmonieren – ausdrücklich auch die kurzfristig eingesprungene Lilli Hartwig, die als einzige keine Berufsmusikerin ist – beeindruckt. Da wird die Wiederholung der frühen Händel-Arie als Zugabe richtig gefeiert.

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Cornelia Müller
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